Straßenkinder, Sextourismus, Frauenrechte...

04März2020

Was mir natürlich schon vor Anreise bewusst war, ist, dass die Philippinen nicht das Paradies ist, welches man sich in seinem Kopf vorstellt. Man wird bei solch einem Auslandsjahr mit Problematiken konfrontiert, über die man dann irgendwie hinüber sehen muss, da man im Inneren weiß, dass man sich nur selbst in Gefahr bringen würde, wenn man versucht, etwas dagegen zu machen. Hier möchte ich ein bisschen von den Realitäten erzählen, welche mich persönlich am meisten mitnehmen, aber auch von den Problematiken in Deutschland, die mir vorher nicht so bewusst waren!

Es ist ja kein Geheimnis, dass es auch eine sehr arme Bevölkerung auf den Philippinen gibt. Und das sind nicht einmal unbedingt die Menschen, mit denen ich bei meiner Arbeit in Kontakt komme. Es gibt leider sehr viele Obdachlose, von denen ein großer Teil auch Kinder sind. Wir Freiwilligen wurden alle auf diese Kinder vorbereitet und uns wurde ans Herz gelegt, diesen beim Betteln kein Geld zu geben. Auch wenn es für uns wirklich nicht viel Geld ist, wollten wir das Betteln nicht unterstützen und den Kindern das Gefühl geben, dass es funktioniert und eine Lösung ist, über den Tag zu kommen.

Dadurch, dass so viele Kinder auf den Straßen leben, kommt es zu einem sehr unangenehmen Thema, und zwar Kinderprostitution. Ich glaube, dass ich da gar nicht so viel zu sagen muss, weil das genauso schlimm ist, wie ihr euch das jetzt vorstellt. Man kann dieses Thema auch nicht ansatzweise gut reden. Was mich an diesem Punkt jedoch noch mehr schockiert ist, dass es auf den Philippinen einen sehr starken Sextourismus gibt. Dass Menschen die unter Pädophilie leiden, extra auf die Philippinen fliegen, um ihre Vorlieben auszuleben, ekelt mich einfach nur an. Generell ist Prostitution auf den Philippinen verboten und bei einem Missbrauch von Kindern unter 12 Jahren droht auch die Todesstrafe. Komisch, dass es schätzungsweise trotzdem 100.000 minderjährige Prostituierte auf den Philippinen gibt.

Was das Thema in meinen Augen noch schlimmer macht, ist, dass die Aufklärung auf den Philippinen gleich null ist. Verhütungsmittel werden schlecht geredet und sollten doch besser nicht benutzt werden, abgesehen davon, dass das alles sowieso Sünden sind. Was das für Folgen hat, könnt ihr euch wohl auch denken. Viele Teenagerschwangerschaften und eine enorm hohe HIV Rate. Und den Filipinos ist sogar bewusst, dass über 50% der HIV Infektionen durch Prostitution entstanden sind, aber Verhütung ist selbst dafür irgendwie keine Lösung, keine Ahnung warum.

Was man den Philippinen bei diesem Thema jedoch lassen muss, ist, dass die Gleichstellung von Frau und Mann sehr fortgeschritten ist. Ich habe gehört, dass die Philippinen unter den Top 10 aller Länder weltweit sind. Meinen Erfahrungen nach stehen die Frauen sogar über den Männern. Es ist irgendwie normal, dass die Frau in der Familie über alles entscheidet und in den meisten Familien sogar mehr Geld mit nach Hause bringt!

Was man auch nicht so unbedingt erwartet ist, ist, dass es eine sehr große LGBTQ+ Szene auf den Philippinen gibt. Homosexualität wird mehr als akzeptiert, auch wenn diese oft mit Transsexualität in Verbindung gebracht wird. Und das beginnt auch relativ früh! In der Highschool gab es in jeder Klasse mindestens einen Jungen, welcher sich als Transgender geoutet hat und auch von allen so akzeptiert wurde. So sehr akzeptiert, dass es gar nicht in Frage gestellt wird, dass er bei dem Mädchensportunterricht mitmacht, lange Haare hat und Make-up mit Highheels trägt. Auch andersherum habe ich einige Mädchen kennengelernt, die schon relativ früh ihre Sexualität entdeckt haben. Ob das Zuhause von den Eltern jedoch auch so akzeptiert wird, kann ich jedoch nicht sagen.

Ich finde es wirklich sehr krass zu erleben, dass in einigen Themen die Philippinen wirklich zurückgeblieben sind und auf der anderen Seite sehr viel mehr respektiert und akzeptiert wird, als bei uns in Deutschland. Es gab viele einzelne Situationen die mich wirklich stark geprägt haben und einfach noch mal in meinem Kopf unterstreichen, dass die Würde eines Menschen unantastbar ist und wir bei Diskriminierunng, egal wo auf der Welt, nicht einfach weg schauen dürfen. Besonders, weil es überall immer Luft nach oben gibt, kann man durch einen kulturellen Austausch sehr viel erreichen! 

Rotary Club

28Feb2020

Einmal im Jahr kommt der Rotary Club von Panay an verschiedene öffentliche Schulen und hilft den Kindern, den Alltag zu meistern. In meiner Klasse haben wir mit den Kindern ausführlich über das richtige Händewaschen gesprochen. Die Schüler waren so leicht dafür zu begeistern, dass gleich eine lange Schlange vor dem Waschbecken stand und mir jeder zeigen wollte, wie toll sie jetzt ihre Hände waschen können. Danach haben mir einige gleich ins Gesicht gefasst, mit der Begründung, dass die Hände ja sauber sind. So welche wichtigen Alltagsregeln bekommen die Kinder nur selten Zuhause beigebracht. Zusätzlich stand auf unserem Workshop Programm das richtige Zähneputzen. Ehrlich gesagt habe ich die große Befürchtung, dass Milchzähne so gut wie gar nicht gepflegt werden, weil die ja eh ausfallen und den Kindern das Zähneputzen dann eben in der dritten Klasse beigebracht wird. Viele Kinder haben nämlich kaum Zähne oder sehr schwarze und ungepflegte Zähne. Uygongco Foundation und der Rotary Club haben den Kindern jeweils eine bunte Zahnbürste, Zahnpasta und ein kleines Handtuch geschenkt, damit die Kinder die Möglichkeit haben, die nächsten Monate ihre Zähne zu pflegen. Ob das dann auch wirklich Zuhause umgesetzt wird, ist natürlich eine andere Frage, aber das ist leider auch die Verantwortung der Eltern und wir können nur kontrollieren, was in der Schule passiert.

Meine neue Heimat

25Feb2020

Nach vielen Rückmeldungen und Gesprächen ist mir aufgefallen, dass viele von euch gar keine Ahnung haben, wo ich jetzt überhaupt genau bin. Und das ist meine Schuld, da ich euch noch nie richtig von meiner Stadt erzählt habe.

Iloilo liegt im Osten von Panay, das heißt eher westlich von den Philippinen, aber dennoch ziemlich zentral. Panay selbst ist für die meisten Touristen nur wegen der Partyinsel Boracay interessant, was aber nicht heißt, dass es hier nicht auch der absolute Traum ist. Die Infrastruktur der Stadt ist einfach noch nicht gut genug für Touristen ausgelegt. Wobei viel in Planung ist, wie zum Beispiel eine Brücke zu der Insel Guimaras.

Von der restlichen Infrastruktur ist Iloilo jedoch eine der am besten ausgestatteten Städte der Philippinen. Als Bewohner spürt man auch tägliche Verbesserungen, wie neue Wohngebiete, Renovierungen und neue Anlagen. Man muss jedoch von Iloilo als Provinz und Iloilo City unterscheiden. Zu der Provinz gehören auch alle umliegenden Städte und Dörfer, womit Iloilo 5.000 km² groß ist und ca. 2 Millionen REGISTRIERTE Einwohner hat.

Man merkt sofort, sobald man sich in der City befindet. Deutlich mehr Verkehr, mehr Menschen, weniger Natur. Iloilo City trägt auch die Namen „Asias City of Love“, „The Heart oft he Philippines“, „Royal City oft he South“ und „The most Royal and Noble City“. Wie ich schon in einem anderen Eintrag erwähnt habe, kann ich bei diesen ganzen Namen eher weniger zustimmen. Iloilo hat eine halbe Millionen registrierte Einwohner (welche Ilonggos genannt werden) auf einer Fläche von 78,34 km². Im Vergleich hat Köln eine 5-Fache Fläche mit der doppelten Einwohnerzahl. Die Bevölkerungsdichte ist also vergleichsweise hoch. Wenn man bei allem viel Geduld und Zeit mitbringt, hat man keine Schwierigkeiten sich zurechtzufinden. Es gibt viele große Einkaufszentren, schöne Strände und mit dem richtigen Geldbeutel auch leckeres Essen aus aller Welt. 

Meine Unterkunft befindet sich in dem Stadtteil Molo. Sehr viel Stau, viele Menschen, ein schöner und großer Park, gute Essens- & Einkaufsmöglichkeiten, ein Krankenhaus direkt neben an und eine wunderschöner Weg am Fluss umzingeln unser abgezauntes Haus. Ruhig kann man es jedenfalls nicht nennen, weshalb man am Wochenende lieber flüchten sollte. Molo ist sicherlich ein etwas reicherer Stadtteil. Blechhütten gibt es zwar auch viele, aber dafür auch einige Gated Communities. Außerdem wird in der Nähe von Molo momentan der alte Flughafen in einen Luxusstadtteil umgebaut. Deshalb werden wir hauptsächlich bei der Arbeit mit dem Thema Armut konfrontiert und können dem Ganzen auch ab und an aus dem Weg gehen. 

Ich hoffe, ihr habt jetzt ein besseres Bild von meinem Leben mitten in einer philippinischen Großstadt, was viele Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. Aber sicherlich ist es alles andere als entspannt.

Hier ein paar Bilder von unserer lieblings Mall: (sehr luxuriös, wenn man daran denkt, wie arm der größte Teil der Bevölkerung eigentlich ist)

Iloilo alaaf!

21Feb2020

Damit ich mit meiner Sehnsucht nach dem Kölner Karneval auch in diesem Jahr zufrieden gebe, habe ich mich dazu entschieden, einfach eine Karnevalsparty in unseren Schulen zu schmeißen. Zu Beginn hat mich keiner so richtig ernst genommen, dass ich das wirklich durchziehe, aber irgendwie habe ich dann doch zwei meiner Mitfreiwilligen in ein Clownskostüm stecken können. Wir haben uns dazu entschieden in unseren zwei Schulen eine kleine Party zu schmeißen und den Kindern somit einen Teil der deutschen Kultur nahe zu bringen. Da Halloween hier sowieso groß gefeiert wird, war die Geschichte mit den Kostümen für die Kinder auch kein Problem.

3 Stunden lang haben wir die besten Partyspiele gespielt, das Fliegerlied und das rote Pferd getanzt und ohne schlechtes Gewissen alle Süßigkeiten probiert. Die Kinder hatten selbstverständlich viel Spaß und haben die Zeit mit uns genossen. Auch die Lehrer konnten wir schnell von unserem Vorhaben überzeugen, da wir auch viel erzählen und lehren konnten. Es war schön, nicht nur Erfahrungen mitzunehmen, sondern auch die Freude unserer fünften Jahreszeit mit den Filipinos teilen zu können.

gestrandet auf Islas de Gigantes

16Feb2020

Bei Islas Gigantes handelt es sich um eine Inselgruppe im Norden von Panay. Jeder hat uns vorgeschwärmt, wie wunderschön es dort sei und dass wir da unbedingt mal vorbei schauen müssen. Deshalb habe ich mich mit 3 weiteren mitten in der Nacht auf den Weg gemacht, damit wir möglichst viel Zeit bei Tageslicht auf den Inseln verbringen können. Jedoch lief alles ein bisschen anders als geplant… Zunächst wussten wir nicht, wann die Boote zu den Inseln fahren, weshalb wir viel zu früh dort waren. Als wir jedoch auf einer der Insel ankamen, gab es keine Tickets mehr für das Boot am Abend zurück. Also waren wir wie gestrandet, aber dafür auf einer absoluten Trauminsel. Wir haben trotz unseres kleinen Geldbeutels einen Schlafplatz gefunden und waren im Nachhinein super glücklich, mehr Zeit auf dieser Trauminsel verbringen zu können. Da der ganze Spaß jedoch teurer war als eigentlich geplant, war es für uns schon etwas unwahrscheinlich, dass wir noch mal wieder kommen werden. Deshalb haben wir nach langem Hin und Her handeln und überlegen, jemanden gefunden, der uns mit seinem Boot auf die anderen Inseln fährt, bevor die Sonne untergeht.

Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass die Tour so schön wird. Philippinische Strände sind allein schon wie im Bilderbuch und unvorstellbar schön. Weißer Sand, glasklares Wasser und frische Mangos unter Palmen genießen gehört auf den Philippinen schon zum standard Strandtag. Aber das, was wir dort sehen und erleben durften, werde ich niemals vergessen und ich wünsche mir einfach von allem Herzen, dass diese Inseln niemals von Touristen entdeckt werden, sodass die Menschen weiterhin diese Ruhe und Schönheit der Natur genießen können.

Unser erster Bootsstopp war bei einer Lagune, welche von riesigen Felsen umzingelt war, in welcher wir direkt ein Bad nehmen konnten. Nach anschließendem Klippenspringen ins Meer ging es für uns auch schon weiter auf DIE Insel der Inseln. Wenn man nach Islas Gigantes im Internet sucht, wird man von Bildern genau dieser Insel überlaufen. Ein wunderschöne Insel mit zwei kleinen Bergen, auf welche ein kleiner Weg raufführt. Und von diesem Berg hat man einen unglaublich schönen Blick auf die Insel und alle Inseln der Umgebung. Die wenigen Besucher hinterlassen auch traditionsmäßig kleine Steinchentürme oder Muschelgirlanden um die Atmosphäre eines Paradieses noch mehr aufkommen zu lassen.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir auf einer Insel eingetroffen, wo wir unsere Bäuche mit extrem günstigen Muscheln vollschlagen konnten und den Abend mit Kartenspielen ausklingen lassen konnten.

Zurück auf der Insel mit unserer Unterkunft sind wir alle fertig ins Bett gefallen und haben den Schlaf dringend gebraucht, um all unsere Eindrücke zu verdauen. Das ist wirklich ein großer Punkt, welchen ich in Deutschland vermissen werde. Ich bin ich hier zwar weniger zum Urlaub machen, aber umso schöner ist es, dann auch mal einen Tag Auszeit von dem philippinischen Alltag zu nehmen und sich im Paradies verwöhnen zu lassen.

 

 

alles rosarot - Valentinstag

14Feb2020

Bei einem Thema könnte ich im Strahl kotzen. Filipinos sind die romantischten und herzlichsten Menschen, welchen ich je begegnet bin. Aber alles schon wirklich schrecklich kitisch und es hat sich eindeutig herausgestellt, dass ich einfach nicht der Typ dafür bin. Zum Beispiel wurde ich schon in mehrere philippinische Liebesfilme mit reingezerrt und ich fand alle von vorne bis hinten schrecklich. Ein Beispiel: Zwei Freundinnen als Teenager – eine findet später einen reichen Mann – seine Mutter kann sie nicht leiden – die andere Freundin heiratet seinen Bruder und Mutter kann sie leiden – Bruder stirbt an Flugzeugabsturz am Jahrestag – sie bekommt Kind mit Mann ihrer Freundin und verstirbt später an Krebs - Freundin verzeiht ihrem Mann und die beiden ziehen gemeinsam das Kind groß weil sie zusammen ihr eigenes Kind bei der Schwangerschaft verloren haben. Also bitte wie schnulzig und klischeehaft kann ein Film bitte sein?

Aber diese Romantik habe ich hier schon öfters am eigenen Leib erfahren müssen. Mir tut es jedes Mal aufs neue Leid, jemanden zurückzuweisen. Ich weiß, ich entspreche hier dem absoluten Schönheitsideal, aber dass das ganze so schlimm wird, hätte ich niemals gedacht. Die übertriebensten Aktionen waren, dass ich ein lebendiges Kaninchen geschenkt bekommen habe und dass jemand sich 13 Mal neue Facebookaccounts erstellt hat, nur weil ich ihn immer wieder blockiert habe. Von einem morgendlichen Überraschungskaffee, bis in exklusive Restaurants ausgeführt werden (wo ich teilweise in Jogginghose aufgetaucht bin, weil ich das als freundschaftliches Essen wahrgenommen hatte) war auch alles dabei. Das mit Abstand peinlichste war, als mir ein so gut wie Fremder auf einer großen Bühne ein Liebeslied gesungen hat. Ich weiß teilweise garnichtmehr wie ich noch damit umgehen soll, dass so viele Filipinos eine Zurückweisung nicht akzeptieren können. Sobald es jedoch verstanden wurde, kommt nichtmal mehr eine Freundschaft in Frage, da die Meisten nur Interesse an meinem Aussehen und meiner Herkunft haben. Ich bekomme wirklich ca 3 Mal am Tag Nachrichten von jungen Männern, wie sehr diese mich doch vermissen, obwohl ich sie so gut wie gar nicht kenne. Interessant ist auch die Gerüchteküche, wer jetzt mein fester Freund ist. Ich drehe hier noch wirklich durch, weil ich einfach nicht dafür gemacht bin und diese Aufmerksamkeit überhaupt nicht abhaben kann. Außerdem nervt es einfach, nur wegen meinem europäischen Aussehen von fremden Menschen angehimmelt zu werden.

Was ihr euch jetzt nach meinen Erzählungen umso besser Vorstellen könnt, ist, dass der Valentinstag der absolute Horror war. Dadurch, dass die meisten aus schnulziges Verhalten abfahren, wurde dieser auch umso größer gefeiert. Deshalb habe ich den ganzen Tag versucht, alle unangenehmen Begegnungen zu vermeiden und allen möglichen Verehrern aus dem Weg zu gehen. Einige Schüler haben mir von ihrem kleinen Tachengeld eine Plastikrose gekauft oder einfach eine gemalt. Auch gab es ein großes Fest. Wieder mit einem großen Schönheitswettbewerb. Was auch sonst. Anschließend gab es einen Tanzwettbewerb, für welchen die Schüler wochenlang (statt Unterricht) geübt hatten. Stufe 1-3 und Stufe 4-6 sind mit dem Motto Zeitreise gegeneinander angetreten. Wer hätte es auch anders gedacht: Stufe 3 und 6 haben zum 6. Mal in Folge gewonnen. Man hätte diese Zeit, die dafür drauf gegangen ist, also auch wirklich sinnvoller Nutzen können

Nach einem aufregenden Tag habe ich mich gegen meine ganzen Date-Anfragen entschieden und bin mit meinen Mitbewohnern feiern gegangen. Wo kann man auch besser diesen ganzen Pärchen und Geschenken ausweichen? So habe ich zwar viele Filipinos enttäuscht, welche mit Zuhause überraschen wollten, aber ich habe ein paar Leute kennengelernt, denen dieser Valentinstag scheinbar auch zum Hals raushängt.

Verkehrsmittel

10Feb2020

Hier auf den Philippinen gibt es alle möglichen Verkehrsmittel für jedes Portemonnaie.
 
Mit Abstand das Günstigste ist der Jeepney. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Bus, in welchen man überall ein- und aussteigen kann. Für Touristen eher kompliziert, da es keine richtigen Haltestellen gibt und man somit erst einmal herausfinden muss, wo der jeweilige Jeep jetzt genau lang fährt. In Iloilo ist dieser zu meinem Hauptfortbewegungsmittel geworden, in anderen Städten traue ich mich das jedoch nicht. Auf den Jeeps steht zwar die Richtung drauf, jedoch fährt dieser immer im Kreis und durch die ganzen Stadtteile muss man auch erst einmal durchblicken. Außerdem können die meisten Fahrer kein Englisch, weshalb man erst mal die Basics zum Bezahlen und Aussteigen lernen muss. Eine Fahrt bis zu 2 km kostet umgerechnet nur 14 Cent und es gibt so viele von den Dingern, dass man nie länger als 2 Minuten an der Straße warten muss.
 
In abgelegenen Städten und Dörfern ist das Hauptfortbewegungsmittel das Tricycle. Am besten vorher schon mit dem Fahrer einen festen Preis ausmachen, damit man nicht im Nachhinein über den Tisch gezogen wird. Jedoch habe ich mit der Zeit einige Fahrer kennengelernt, bei denen ich mir über deren Ehrlichkeit sicher sein kann und die teilweise auch nur eine SMS entfernt sind. In Iloilo vermeide ich das fahren mit Tricycle jedoch, da die meisten statt einem Motorrad dich mit einem Fahrrad durch die Gegend strampelt. Ich fühle mich bei diesem Bild einfach unwohl, eine offensichtlich Deutsche die von einem armen Filipino durch die Gegend kutschiert wird.
 
 
Die meisten Filipinos besitzen Motorräder, besonders in Großstädten wie Manila und Cebu. Ist echt praktisch, wenn man durch den endlosen Stau rumkurven kann. Hier fahren auch viele meiner Freunde Motorrad, die sich kein Auto leisten könne. Eigentlich ist auch alles an diesen Dingern kaputt, aber sie fahren erstaunlicherweise noch. Worüber ich mir nie wirklich vorher Gedanken gemacht habe ist, dass hier nie jemand einen Helm trägt, besondern nicht außerhalb der Stadt. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich schon ohne Helm mitgefahren bin, müsst ihr sicherlich schlucken. Man macht sich irgendwie keine Gedanken darum, wenn man niemanden mit einem Helm sieht.
 
Die reicheren Filipinos nutzen hauptsächlich Taxen. Auch diese gibt es mehr als genug, sodass man nicht länger als 5 Minuten an der Straße warten muss. Die meisten sind auch so offensiv, dass sie garnicht verstehen, dass ein Ausländer lieber den Jeep nimmt oder läuft  und hupen solang, bis man genervt zurückschaut. Hier zahlt man für 2 km umgerechnet jedoch auch nur 1,30 Euro, aber trotzdem viel mehr als mit dem Jeepney.
 
Welche Autos man auch oft auf den Straßen sieht, sind Pick-ups. Wenn nicht genug Leute rein passen, sitzt der Rest halt auf der Ladefläche hinten drauf. Auch gibt es viele Parkplatzparties, wo jeder seinen Pick-up mitbringt und man zwischen 200 weiteren Autos auf der Ladefläche liegt und bei einem Bier und lauter Musik den Sternenhimmel genießt. Dort versammeln sich dann aber meistens auch nur die obere Schicht. Ich habe Freunde die mit 21 Jahren sogar schon 4 Autos besitzen, einfach weil sie noch nie etwas von sparen gehört haben und nicht wissen wohin mit dem ganzen Geld.
 
Dadurch, dass das hier ein Inselstaat ist, machen Züge bzw. Straßenbahnen wirklich wenig Sinn. Zudem gibt es hier viel zu viele Gebirge und es gibt kein Geld zum Ausbauen der Infrastruktur.
 
Zu kleineren Inseln, wie Guimaras, nimmt man hauptsächlich Pump boats. Genau, diese Boote, die zu Beginn meines Jahres für ein riesen Unglück gesorgt haben. Auch wenn man ab und zu nass wird, macht es wirklich Spaß mit diesen Motorbooten aus Holz zu fahren und die umliegende Natur zu genießen. Für weitere Strecken gibt es natürlich auch viele Fähren, die dir jedoch eine etwas ungemütliche Fahrt versichern, da Filipinos voll auf Klimaanlagen stehen und da wirklich schlechte Luft rauskommt. Wenn man zudem noch schnell seekrank wird, ist das Nutzen dieser Boote eine etwas schlechtere Idee.

Iloilo ist zudem als die Fahrradstadt der Philippinen bekannt. Stimme ich aber nicht zu. Hier gibt es zwar einen Fahrradweg am Highway, aber ein Fahrrad wäre das letzte Fortbewegungsmittel, was ich hier nutzen würde, weil ich das nicht ohne Kratzer überstehen würde. Außerdem sehe ich die Woche vielleicht höchstens einen Fahrradfahrer. Ich scheine also nicht die Einzige zu sein, die so denkt.

Verkehrsregeln? Gibts nicht. Wer hubt, hat Vorfahrt und für den Führerschein muss man nicht einmal ins Auto steigen. Trotzdem gibt es hier erstaunlich wenige Unfälle, da durch den Stau alle sehr langsam fahren und die Menschen durch keine Regeln auch automatisch aufmerksamer sind. Die einzigen Unfälle, von denen ich mitbekommen habe, waren hauptsächlich nachts und das meistens unter Alkoholkonsum.

 
 

Night out

05Feb2020

Da ich ja mitten in einer Großstadt lebe, bekomme ich auch viel vom philippinischen Nachtleben mit. Wir wohnen in Fußnähe eines Barviertels, in welchem ich mich öfters mit meinen Freunden auf einen Cocktail treffe. Filipinos lieben das feiern und da gehört für diese auch der Alkohol dazu. Besonders viel wird ein Starkbier namens Redhorse und ein philippinischer Rum getrunken, den man schon ab 38 Ct kaufen kann! Alles immer mit süßen Softdrinks gemischt…. Lecker finde ich das jedenfalls nicht.

Das schönste am Nachtleben ist, dass ich immer mehr Leute kennenlerne, die teilweise auch zu Freunden geworden sind. Sorgen machen müsst ihr euch auch nicht. Hier sind alle erstaunlich offen, aber keineswegs aufdringlich und es gibt gefühlt mehr Türsteher, Polizisten und andere Mitarbeiter als Gäste. Außerdem falle ich als Deutsche besonders auf, weshalb ich nach meinem ersten Besuch die Inhaber und Türssteher schon mit Namen kennenlernen dufte und seitdem auf den teuren Eintritt verzichten kann.

Was mir besonders aufgefallen ist, sind die Clubs. In Deutschland wird das klar getrennt: Clubs sind zum tanzen, Bars sind zum trinken und unterhalten. Hier sind Clubs genau wie Bars, nur mit viel lauterer Musik, weil sowieso kaum jemand tanzt! Alle sitzen an Tischen mit Literweise Cocktails und können sich nichtmals unterhalten, weil die Musik so unglaublich laut ist! Und zudem sind die DJs auch nicht das gelbe vom Ei. 

Auch eine beliebte Abendbeschäftigung ist, Karaoke singen zu gehen. Es gibt super viele KTVs (Karaoke Bars mit getrennten Räumen), aber die meisten haben so eine Maschine auch Zuhasue stehen oder gehen in richtige Karaokebars, um ihre Stimme zu präsentieren. Wenn man nachts durch die Straßen läuft, hört man diese Dinger nur aus allen Richtungen dröhnen. Das klingt teilweise nach einer großen Folter, jedoch können hier die meisten wirklich gut singen! Ich bin der festen Überzeugung, dass das daran liegt, dass alle ihr Leben lang von täglichem Karaoke begleitet werden und Gesang auch ein wichtiges Schulfach ist. Im Töne treffen sind deshalb alle unschlagbar und ich bevorzuge es mit den anderen Freiwilligen Karaoke singen zu gehen. Denn für Filipinos ist es unvorstellbar, dass nicht jeder gut singen kann und sie denken, dass man sich einfach nur nicht traut. 

Also falls jemand vorhat, jemals das philippinische Nachtleben zu testen: Bars lohnen sich ganz sicher mehr, außer es handelt sich um Karaokebars! :)

 

Jaro Fiesta

02Feb2020

In dem größten Stadtteil in Iloilo City findet jährlich am 2. Februar die Jaro Fiesta statt. Wir Freiwilligen wurden von einem ehemaligen Kongressabgeordneten eingeladen, das Fest aus seinem Haus zu beobachten. Wir wurden selbstverständlich mit einem riesigen Buffet aus allen möglichen philippinischen Speisen empfangen. Anschließend wurde zu Beginn einer Parade direkt vor den großen Fenstern ein Tanz aufgeführt, welcher mit denen an Dinagyang zu vergleichen war. Wir hatten sicherlich von allen die beste Sicht auf das Spektakel und ich bin froh, nicht in dieser Menschenmenge gestanden haben zu müssen. 

Zum Abschluss des Tages gab es im Iloilo Kolosseum einen großen Hahnenkampf. Hahnenkämpfe sind ein großes Hobby von Filipinos und dabei geht es dann auch ganz schön zur Sache, bis einer der Hähne tot ist. Ich habe mich bisher nur getraut, von einer Sicherheitsdistanz zuzuschauen, da die meisten durch ihre hohen Wetteinsätze schnell aggressiv werden und es ab uns zu auch mal eskalieren kann. Das man Menschen mit einem Hahn in der Hand durch die Straßen laufen sieht, gehört hier auch schon zu meinem Alltag. Ich halte euch aber up to date, falls ich mich noch trauen sollte, mir den Spaß von Nahem anzuschauen. 

Zwischenseminar

30Jan2020

Die ersten 6 Monate sind jetzt rum und pünktlich zur Halbzeit hat sich die Mariphil-Weltwärts-Crew auf einer Farm versammelt, um die bisherige Zeit gemeinsam zu verarbeiten. Eine Woche haben wir über positive und negative Erfahrungen geredet, die Zeit miteinander genossen und Salat gegessen. Ja, richtig gehört: Dort gab es super viel Salat! Gemüse ist hier eher ein seltenes und teures Gut, weshalb unser Geldbeutel meist keinen Salat hergibt. Zum Teambonding haben wir auch einen Tag in den Bergen verbracht, wobei ich denke, dass unsere Gruppe schon außergewöhnlich gut zusammengewachsen ist. Auch kamen für einen Tag unsere Projektverantwortlichen vorbei, mit welchen wir ehrlich über unsere Schwierigkeiten reden konnten und auch selbst ein Feedback erhalten haben, damit wir auch in den nächsten Monaten uns von der besten Seite zeigen können. Ich bin immer wieder aufs Neue froh, eine Organisation wie Mariphil für mich gefunden zu haben, da wir alle eher so wie eine kleine Familie sind, als einfach nur Kollegen. Jetzt geht es mit Vollgas, aber auch mit vielen Reiseplänen in meine zweite Hälfte!

Dinagyang

26Jan2020

Jährlich wird in verschiedenen Teilen der Philippinen zu Ehren des Santo Nino (Christkind) ein Fest veransaltet. Das Fest hier in Iloilo namens Dinagyang wird als das wildeste und meist religiöses Festival von allen bezeichnet. Jedes Jahr gegen Ende Januar versammeln sich alle Bewohner Iloilos, aber auch viele Touristen, auf den Straßen, um verschiedenen Traditionen nachzugehen. Auch wir waren dabei und haben uns die verschiedenen Paraden und Tänze angeschaut. Ähnlich wie bei dem Festival in Bacolod, haben viele Einheimische getanzt, getrommelt und dabei Kostüme getragen. Vor ca einem Monat wurde ich sogar von Künstlern aus Cebu eingeladen, bei der streng geheimen Produktion dieser Kostüme zuzusehen. Jedes einzelne wird handgefertigt und das ohne großes Werkzeug oder Maschinen. Leider durfte ich davon keine Bilder machen. 

Das Festivalwochenende ging wie im Flug vorbei. Nach den Straßenfesten und Paraden ging es für mich dann zu den verschiedenen Festivals und Konzerten, bei welchen ich mit meinen Freunden bis zur letzten Stunde alle Sorgen, die man hier so hat, von der Seele getanzt habe, bis wir auf den großen Wiesen unter dem Sternenhimmel fast eingeschlafen sind. Für einige meiner Bekanntschaften hier heißt es nämlich in den nächsten Wochen adios, da diese fertig mit dem Studium sind und es wieder nach Hause zu den Familien geht. Somit haben wir das letzte Zusammensein noch einmal richtig genossen und auch das Festival von allen Seiten genutzt.

 

 

Halbzeit

23Jan2020

Wie schon erwartet, verging die Zeit wie im Flug. Wobei ich so viel gelernt und erlebt habe, dass ich meine Gedanken über die letzten Monate immer noch nicht sortieren konnte. Wie ihr alle wisst, gab es viele Tiefen, aber auch unvergessliche Höhen. Ich bin aber noch nicht an meine emotionalen Grenzen gekommen, auch wenn es oft brenzlig wurde. Besonders habe ich viele herzensgute Menschen kennenlernen dürfen, welche mich immer von allen Seiten unterstützt haben. Nicht nur die anderen Freiwilligen und meine Organisation haben mir alles vereinfacht, sondern auch neue Freunde und Bekanntschaften und besonders die Kinder. Ich bin wirklich dankbar, dass ich hier sein darf und dass diese unbeschreibliche Lebensfreude täglich mit mir geteilt wird. Ich habe mich schon so gut eingelebt, dass ich es oft vergesse zu schätzen, was ich hier alles erleben darf und wie viele Türen mir durch diese neuen Erfahrungen geöffnet werden. Wenn ich an das durchstrukturierte und stressige Leben in Deutschland denke, wird mir schon ein bisschen unwohl, in 6 Monaten wieder zurückzumüssen. Aber ich freue mich auch auf meinen neuen Lebensabschnitt und besonders auf das Essen, weil mir Reis und Fleisch langsam wirklich zum Hals raushängt. Diese Lebensfreude und Entspannung hier auf den Philippinen kann man nicht ansatzweise mit der deutschen Mentalität vergleichen. 

Zudem könnt ihr euch schon jetzt auf weitere interessante Blogeinträge freuen, weil langweilig wird mir hier sicherlich nicht!

Auf weitere 6 Monate voller Erlebnissen und neuen Erfahrungen!

 

Straßenhunde

19Jan2020

Hunde ohne Zuhause ist in vielen Entwicklungsländern eine große Problematik. Leider auch hier auf den Philippinen. Es kann des Öfteren mal vorkommen, dass man nachts von bellenden Hunden verfolgt wird oder diese dich tagsüber beim Essen mit traurigen Augen beobachten. Auch gehört schon zu meinem Alltag, dass ein Hund im Klassenzimmer rum schleicht. Das ist aber wirklich keine Besonderheit mehr, wenn man daran denkt, welche Tiere die Kinder mit in die Schule anschleppen. Da war vom Huhn auf dem Klo bis zu einer Ziege auf dem Spielplatz schon vieles dabei.

Man sollte es jedoch vermeiden, diesen Hunden Aufmerksamkeit zu schenken, da die meisten Straßenhunde mit Tollwut infiziert sind und es nicht selten ist, dass jemand einen Biss abbekommt. Lange stand in Iloilo zur Diskussion, einfach alle Hunde auf den Straßen einzusammeln und zu töten, um das Tollwutproblem zu bekämpfen. Und dabei handelt es sich wirklich um Tausende von Hunden. Gott sei Dank ist der Bürgermeister einer der wenigen Menschen, der nachdenkt, da das wirklich keine langfristige Lösung ist.

Viele Filipinos besitzen auch Hunde als Haustiere. Aber das sind meistens überteuerte, hier als schön geltende Hunde, wie zum Beispiel Bulldoggen. Verwechseln mit Straßenhunden kann man diese also eher nicht, da Hunde als Haustiere im Normalfall nicht das Haus verlassen (auch kein Gassi gehen) und dementsprechend auch etwas pummeliger sind.

Also für mich heißt es fernhalten von Straßenhunden, auch wenn es kleine, süße Welpen sind…

Krisen über Krisen gegen die man nichts machen kann

16Jan2020

Wie ihr bestimmt alle in den Nachrichten gehört oder gelesen habt, gab es hier auf den Philippinen in den letzten Monaten einige von Umweltkatastrophen. Von Erdbeben, über starke Stürme und Taifune, zu einem Vulkanausbruch auf Luzon. Dabei wurde nicht nur die Natur, sondern auch viele Grundstücke und Güter zerstört, die die Existenzgrundlage der Bevölkerung war. Viele Bauern mussten ihr Vieh verkaufen um die Familie die nächsten Monate zu ernähren, aber auch Überschwemmungen haben Wohngebiete zerstört und Schüler verhindert in die Schule zu gehen.

Da wir von unserem Flohmarkt sowieso viel zu viele Kleiderspenden übrig hatten und Uygongco, wie schon erwähnt, Spenden nicht ablehnen darf, wurden diese hauptsächlich an den Norden von Panay geschickt. Wir haben tagelang für die Familien unserer Schüler in diesen Gebieten Tüten mit Kleidung und Lebensmitteln zusammengestellt. Mehr kann ich als Freiwillige auch nicht tun, da es mir vom BMZ, von Mariphil, aber auch von unserem Projekt Uygongco ausdrücklich verboten wurde, in diese Gebiete zu reisen. Jedoch hoffe ich das Beste für alle Betroffenen, aber denke, dass der Zusammenhalt in der philippinischen Gesellschaft stark genug ist, um sich in allen Krisen zu unterstützen.

 

Der Fakt, dass man gern mehr tun würde, aber es einfach nicht kann, belastet einen sehr. Besonders wenn man täglich mit Bildern, aber auch persönlichen Erfahrungen konfrontiert wird. Ich habe das Gefühl, dass es vielen Menschen auch einfach egal ist, was in Entwicklungsländern passiert, solang es sie nicht selbst betrifft. Das einzige beruhigende ist, dass die Menschen sich hier in jeder Situation unter die Arme greifen und es auch immer tun werden, auch wenn von außerhalb der Philippinen nicht viel Unterstützung kommt. Hoffen wir einfach das beste, dass die Familien wieder auf ihre eigenen Beine kommen. Denn jetzt fängt der Sommer an und der Regen bzw die Stürme lassen etwas nach!

Hibao-an Elementary School

13Jan2020

Meine Woche startet mit einem kleinen Besuch in der Elementary School in Hibao-an. Leider verbringe ich dort mit Abstand am wenigsten Zeit, weshalb ich noch keine richtige Bindung zu den ganzen Kindern aufbauen konnte. Zudem sind die Kinder mit Abstand am abweisensten, da deutsche Volunteers schon so zu dem normalen Alltag gehören.

Wie in den anderen beiden Schulen auch, helfe ich morgens in der Bäckerei. Montags stehen Käserollen auf dem Plan, was viel Arbeit bedeutet. Jedoch kann ich sagen, dass ich mittlerweile ein richtiger Profi im Teig rollen geworden bin! Das Ganze wird nach zwei Stunden auch echt anstrengend. Da kommt man bei den Temperaturen ohne Klimaanlage echt ins Schwitzen.

Anschließend steht Unterrichten auf meinem Tagesplan. Mit Kindern aus unterschiedlichen Altersstufen erarbeite ich wöchentlich abwechslungsreiche Themen oder versuche die englische Grammatik zu erklären. Die Schüler sind jedoch sehr aufmerksam und haben viel Spaß am Lernen, weshalb das weniger eine Herausforderung für mich ist, als ich erwartet hätte.

Nach einer Spielstunde geht es für uns alle dann auch schon in unser Office, in welchem wir unseren Montag Nachmittag verbringen und die kommende Woche planen.

Lapaz Elementary School 2

10Jan2020

Warum 2? Die erste wurde zu klein, da haben die einfach eine zweite Schule daneben gebaut. Und weil dann doch mehr Klassenräume als nötig vorhanden waren, ging die Hälfte der Gebäude auch noch an die Lapaz High School. Ich selbst habe immer noch keinen Überblick, welches Gebäude zu welcher Schule gehört, aber ich weiß wenigstens wo die Klassenräume sind, in denen ich unsere Kinder finde.

Mit der Grundschule in Lapaz habe ich mich am Anfang am schwersten getan, da die Kinder erst ab der 4. Klasse Englisch lernen. Die Klasse mit den meisten unserer Kinder ist jedoch in Stufe 3, was bedeutet, ich muss meistens mit Händen und Füßen kommunizieren! Das fällt mir besonders schwer, wenn eines der Kinder weint, sich Kinder streiten oder man einfach nicht weiß, was los ist und man niemanden fragen kann. Jedoch habe ich heute eine sehr enge Bindung zu vielen der Kinder und freue mich immer auf ein herzliches Wiedersehen.

Morgens steht bei uns als Erstes die Bäckerei auf dem Plan. Ich habe hier immer besonders viel Spaß, weil einige von den Müttern super cool drauf sind. Anschließend helfen wir kurz beim feeding Programm, damit unsere Kinder auch ein leckeres Mittagessen bekommen. Danach steht eine lange Mittagspause an, welche ich hauptsächlich im Büro der Schulleiterin verbringe um dort mit Klimaanlage ein kleines Nickerchen zu machen.

Mittags spiele ich dann mit den Kindern mit von uns mitgebrachtem Spielzeug. In Lapaz wollen immer besonders viele Kinder hochgehoben, gefangen oder durch die Luft geschleudert werden. Aber da es in der Pausenhalle immer so unglaublich heiß ist, setze ich mich lieber mit den ruhigeren Kindern auf den Boden und spiele mit Uno und Lego. Eine Auffälligkeit ist hier, dass die Kinder sich aus den Bausteinen immer Waffen bauen und sich anschließend damit gegenseitig abzuschießen. Eine kleine Mädchen Clique gibt es auch, von welcher ich irgendwie ein Teil geworden bin, da diese momentan keine Jungs mögen.

Rund herum der Pausenhalle versammeln sich währenddessen High School Students, welche total beeindruckt von uns sind, unsere Namen von allen Richtungen aus rufen und uns alle kennenlernen wollen. Aber von den Kleinen aus darf bloß nicht mit denen geredet werden, die sind alle böse!

Am Nachmittag setzen wir uns dann einfach hinten in eine Klasse und schauen beim Unterricht zu. (meiner Meinung nach sinnlos) Den anderen Freiwilligen macht das Spaß, ich jedoch fühle mich dabei extrem nutzlos, erstrecht wenn der Unterricht nicht einmal auf Englisch ist. Ich bin ja nicht hier um irgendwas über das Lehrer sein zu lernen und habe wirklich keine Lust darauf das das ganze Jahr so weiter zu machen. Ich habe schon überlegt währenddessen eine AG zu veranstalten, befürchte aber, dass das erst nach dem Unterricht möglich wäre. Deshalb macht mir der Kindergarten am meisten Spaß, da ich dort noch am meisten interagieren und mithelfen kann und die kleinen Kinder zuckersüß sind

Klingt im Gegensatz zu den anderen Schulen nach einer entspannten Zeit, jedoch bin ich nach dieser Schule immer am meisten K.O.. Vielleicht, weil ich den längsten Tag dort habe, vielleicht aber auch, weil die Kinder so viel Power haben.

 

Andres Bonifacio Integrated School

07Jan2020

Ich habe mich nach dem ersten halben Jahr gut genug in den Alltag eingelebt, um euch auch ein bisschen etwas über meine drei Schulen zu erzählen. Jedoch muss ich sagen, dass hier jeder Tag anders abläuft, weil es entweder irgendetwas zu feiern gibt, oder etwas ausfällt.

Starten möchte ich mit der Schule, die mir mit Abstand am meisten am Herzen liegt. Schon beim Betreten des großen Eingangstors werde ich zweimal die Woche von dem Guard mit einem breiten Lächeln empfangen. Und keine 5 Sekunden später kommen die ersten Kinder angerannt, welche sich alle an mich klammern, mir Küsse auf die Wange geben und mir sagen wie sehr sie mich doch vermisst haben. Mit den Kindern an meinen Armen und Beinen ist meine erste Station der Feeding Room, wo die Mütter, welche fürs Kochen eingeteilt wurden, mich sehr herzlich empfangen. Mir bleibt jedoch nich viel Zeit, da ich direkt in die Klassenräume gezerrt werde.

Die meiste Zeit des Tages verbringe ich dann mit Seilchenspringen, Fangen spielen, Klatschspielen und tanzen. Bis ich irgendwann entweder zum Feeding oder in die Bäckerei gerufen werde, um mit zu helfen. Das Beste vom Tag ist, dass ich zu meiner Mittagspause ein ganzes philippinisches Festmahl gekocht bekommen, was ich gar nicht alles in mich rein bekomme!

Voll mit Essen geht es dann direkt zum Spielen, auf welches die Kinder schon ungeduldig an den Fenstern warten. Wir haben eine Box mit Spielzeug zusammengestellt, aus der sich die Kinder in der Spielstunde etwas aussuchen können. Die Kleinen gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Spielsachen um, weshalb ich die schöne Zeit genießen kann. Die Kinder sind mir wirklich alle sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich mir immer noch nicht alle Namen merken kann. Ich habe sogar einige kleine Verehrer, die mir des Öfteren mal Bilder und Briefe zustecken.

Meine Pause verbringe ich am liebsten in der Mall nebenan, bevor es dann zum Verkauf unserer am Morgen selbst gebackenen Muffins geht. Das Geld fließt dann in unsere Foundation Uygongco, wodurch den ärmeren Kindern das Schulleben finanziert wird.

Mein Tag endet dann mit einem Englisch Tutorial mit der Klasse 5 und 6. Die Kinder sind wirklich sehr frech und unmotiviert. Ich bin in den Augen der Kinder einfach keine Autoritätsperson, sondern eher eine gute Freundin. Deshalb endet mein Tutorial immer mit langen Gesprächen oder ein paar Spielen.

Um ca. 17 Uhr, wenn es dunkel wird, kann ich dann ausgepowert nach Hause.

Frohes Neues Jahr

01Jan2020

Ein weiteres weltweites Fest steht an, was ich normalerweise jährlich mit meinen Freunden oder Familie feier. Nach vielen Einladungen, auf die nächst liegende Partyinsel zu fahren, habe ich mich trotzdem dazu entschieden, mit einem Freund zu seiner Familie zu fahren und dort seinen Geburtstag und das neue Jahr zu verbringen. Wir hatten eine schöne und erlebnisreiche Zeit in seiner Heimat, die so unbelebt ist, dass man sie gleich als Geisterstadt bezeichnen kann. Da ich zu Weihnachten schon nicht die philippinischen Traditionen miterleben konnte, hab ich das wenigstens an Neujahr gemacht. Wusstet ihr, dass zum Beispiel runde Gegenstände an Neujahr Glück bringen soll? Deshalb wird hier rundes Obst gegessen und die meisten haben viele kleine Münzen in ihrer Tasche. Außerdem wird dir Wohlstand im neuen Jahr garantiert, wenn du 24 Stunden alle Fenster und Türen aufmachst und alle Lichter anhast.

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! Die Zeit geht viel zu schnell vorbei, wenn ich daran denke, dass jetzt schon das Jahr angebrochen ist, indem ich zurück nach Deutschland kehre. Ich freue mich jetzt schon auf euch!

Maligayang Pasko

25Dez2019

Merry Christmas!

Ich habe erst darüber nachgedacht, mehrere Blogeinträge über die Weihnachtszeit zu veröffentlichen, da diese hier so unglaublich intensiv und lang gefeiert wird. Am Ende habe ich mich doch dazu entschieden, alles kurzzufassen, damit ich mit dem hochladen der Beiträge mal wieder aufhole. Also hier eine „Kurzfassung“ meiner Weihnachtszeit:

Das Fest wo man am meisten Angst vor Heimweh hat, ist sicherlich Weihnachten. Das erste Mal in meinem Leben habe ich Weihnachten nicht im kalten Deutschland mit meiner Familie verbracht, sondern war ganz auf mich allein gestellt. Gott sei Dank spielt Weihnachten hier eine sehr große Rolle und Filipinos sind von Natur aus sehr gastfreundlich, weshalb ich viele Einladungen bekommen habe.

Die Weihnachtszeit beginnt hier auf den Philippinen am 1. September. Genau zu der Zeit lag ich noch im Krankenhaus und mich hat ein Weihnachtsengel besucht, welcher mich gesegnet hat. Danach ging es auch schon los. Bei über 30 Grad wurden falsche Tannenbäume aufgestellt, alles und überall wurde weihnachtlich dekoriert und die Tage wurden runter gezählt, bis Weihnachten vor der Tür steht.

Bei „100 Tage bis Weihnachten“ wurde ein großes Fest veranstaltet. Überall Konzerte und die Malls waren komplett überfüllt. Die Weihnachtszeit rückte immer näher, ohne dass es mir wirklich aufgefallen ist, da ich mich bei so einem heißen und schwülen Wetter nicht danach fühle. Als wir dann aber in unserer WG Plätzchen gebacken haben, wusste ich, dass es jetzt ernst wird. 

Fest der Lichter

Meine Freunde haben mir schon Monate vorher von diesen Events erzählt. Überall in der Stadt wurde zum Anschalten der Weihnachtsdeko ein großes Fest veranstaltet. Ich habe mir jedoch nur das Größte angeschaut, welches an einer der Universitäten hier stattgefunden hat. Aber auch nur, weil meine engsten Freunde auf diese Uni gehen und ich da gnadenlos mit hingeschleppt wurde. Eigentlich nichts anderes, als tausende Menschen die sich im Dunkeln versammeln und plötzlich gehen alle Lichter an, mit einem Feuerwerk, welches für alle dann doch interessanter als die Lichterketten war. Eine kleine Kirmes mit überteuerten und langweiligen Fahrgeschäften gab es natürlich auch, es muss ja alles möglichst groß gefeiert werden. Trotzdem hatte ich einen lustigen Abend mit meinen Freunden, mit denen ich durch Erlebnissen wie diesen immer stärker zusammen wachse.

Dieses Fest nehme ich ja vielleicht mit nach Deutschland, damit mein interkultureller Austausch ein voller Erfolg wird. Ich lade euch jetzt schon ein dabei zu sein, wenn meine Mama 2020 die Weihnachtslichterketten anbringt. Charot 

Christmas Presents for everyone

Nur gut, dass ich mich nicht um die Geschenke für alle meine Schüler kümmern muss, sondern meine Organisation das übernommen hat! Jedes Uygongco Kind hat zu Weihnachten ganz viele haltbare Lebensmittel bekommen, Vitamine (da in dem Essen hier so gut wie keine vorhanden sind), Malbücher und noch ein paar weitere Kleinigkeiten. Jedoch haben wir Freiwilligen deutlich unterschätzt, wie viele Uygongco Kinder es überhaupt gibt! Über eine Woche waren wir damit beschäftigt aufgeteilt von Schule zu Schule zu fahren, damit auch jedes Kind seine Geschenke vor Weihnachten erhält. Unsere Aufgaben bestanden hierbei aus Unterschriften der Eltern sammeln, Kisten schleppen, Geschenke zusammen zu suchen und abschließend zu überreichen. Die Freude in den Gesichtern war mir die ganze Arbeit auf jeden Fall wert und ich bin froh, dass wir den Kindern damit ein schönes Weihnachtsfest ohne Sorgen ermöglichen können.

Um auch den Kindern von den Schulen außerhalb Iloilo dies zu ermöglichen und zudem auch Interviews mit den Kindern über deren Entwicklungsstand zu führen, sind wir mit der ganzen Crew in einem Van für 2 Tage nach Capiz, genauer gesagt nach Roxas, gefahren. Die Fahrt hat nur ungefähr 3 Stunden gedauert. Wenn ich an diesen Trip zurückdenke, kommt mir als erstes das ganze Essen in den Kopf. Wir Freiwilligen wurden durchgehend gemästet und ich bin mir sicher, dass ich in diesen 2 Tagen zugenommen habe. Und natürlich war unsere Unterkunft auch nur das beste vom Besten. Ein Traumresort mit riesigen Wasserrutschen, leckerem Essen und einer entspannten Nacht war genau das, was man nach so einem anstrengenden und eindrucksvollem Tag gebraucht hat. Ich hatte eine wirklich eindrucksvolle Zeit, denn es war schön mal die Schulen außerhalb von Iloilo zu besuchen und somit meinen Horizont und mein Wissen über die philippinische Kultur zu erweitern.

Christmas Angels

Auch haben wir Freiwilligen einen Samstag geopfert, um in eine kleine Provinz zu fahren. Diese Gemeinschaft hat sich gebildet, indem sich mehrere Foundations und ein Priester zusammengetan haben und kleine Häuschen für obdachlose Familien gebaut haben. Man hat den Menschen angesehen, dass diese eine Zeit lang auf der Straße gelebt haben, da sie wirklich vergleichbar sehr dunkel sind. Dieser Community durften wir kleine Weihnachtsgeschenke überreichen, während MC Donalds und eine der Universitäten in Iloilo für die Kinderbespaßung zuständig waren. Es war ein sehr interessanter und aufregender Tag, auch wenn ich nicht wirklich mit anpacken konnte, da es mehr als genug freiwillige Helfer vor Ort gab. 

 

Office Weihnachtsfeier 

Zum Abschluss des erfolgreichen Jahres in unserer Foundation hat unsere Chefin alle Mitarbeiter zu einem Weihnachtsbrunch eingeladen. Und womit kann man 5 deutsche Freiwillige glücklicher machen, als mit einem Essen bei einem überteuertem, asiatisch und europäischen all-you-can-eat Buffet? Nach gefühlt einer Ewigkeit wieder gutes und leckeres Essen zu haben, war für uns alle ein Segen. Mit anschließendem Wichteln und emotionalen Rückblicken, kam das Weihnachtsgefühl endlich richtig hoch und wir konnten alle Rund mit dem Jahr 2019 in Uygongco abschließen, mit viel Vorfreude auf weitere Zusammenarbeit im nächsten Jahr. Nach Hause sind wir dann aber gerollt, weil wir bis zum letzten Reiskorn zugeschlagen haben.

Am nächsten Tag wurde dann noch der Jahresputz im Büro erledigt, bei welchen wir aufgrund unserer Körpergrößen besonders viel mit anpacken konnten. Jetzt sind wir alle bereit für die Feiertage und für ein bisschen Erholung an freien Tagen, damit wir mit voller Energie in die zweite Hälfte unseres Freiwilligenjahres starten können.

Weihnachten

In allen Schulen gab es große Christmas Partys und ich habe von einigen Kindern auch kleine Geschenke bekommen. Das hat mich besonders berührt, dass meine Schüler ihr kleines Taschengeld lieber für eine Aufmerksamkeit an mich ausgegeben haben, obwohl diese selbst so wenig besitzen.

Und plötzlich Stand Weihnachten vor der Tür. Ich weiß, ich hätte viele Möglichkeiten gehabt, Weihnachten in einer philippinischen Familie zu verbringen. Da aber alle anderen Freiwilligen sich dazu entschieden haben in den Urlaub zu fahren, habe ich mich dazu entschieden die paar Tage mit Freunden zu verbringen und eine kleine Tour auf eine etwas einsamere Insel zu machen. Dieser Plan ist spontan jedoch ins Wasser gefallen, da sich kurz vorher ein starker Taifun überlegt hat, Weihnachten auf den Philippinen zu ruinieren. Es wäre zu gefährlich für uns gewesen und viele mussten ihr Weihnachten Zuhause verbringen oder saßen sogar am Hafen oder Flughafen fest. Die gute Sache ist jedoch, dass meine beiden Freunde eine Klimaanlage und Netflix haben und dass MC Donalds (trotz Sturm) geliefert hat. So konnten wir Weihnachten sorglos im Bett verbringen und hatten trotzdem eine schöne, aber faule Zeit zu fünft.

Ich wünsche euch allen nachträglich frohe Weihnachten und ich hoffe, ihr hattet eine schöne und entspannte Zeit mit eurer Familie und Freunden!

Auf ins Paradies Malapascua Island

16Dez2019

Ich brauche jetzt einfach mal eine Auszeit. Auszeit von hyperaktiven Kindern, Auszeit von jeder kennt mich und jeder starrt mich an, Auszeit von dem Leben in der WG ohne Privatsphäre, Auszeit von so gut wie allem und jedem in Iloilo. Was bietet sich da besser an, als in der stressigsten Woche von allen einfach auf eine kleine Insel weit weg zu verschwinden? Eine Insel wo mich niemand kennt, nicht viele Touristen sind, aber genug um nicht von jedem angestarrt zu werden. Also ging es für mich und meinem Rucksack ganz allein in das Paradies namens Malapascua Island.

Eine Nacht habe ich in Cebu City verbracht, damit ich auch diese Gegend von meiner Checkliste streichen kann. Die Stadt hat mich aber mehr als enttäuscht. Ein kleines möchtegern Manila, welches ebenfalls die negativen Aspekte von Iloilo aufweist. Viele Touristen auf ihrer Weiterreise, aber nichts zu sehen. Ich hatte Glück, dass mich ein Taxifahrer angesprochen hatte, weil ich allein war. Sonst hätte ich gute 4 Stunden Mitten in der Nacht auf ein Taxi warten müssen.

Am nächsten Morgen hieß es früh aus den Federn, denn nach Malapascua braucht man 3 Stunden mit dem Bus und eine weitere Stunde mit einem Bötchen rüber auf die Insel. Daraus wurden dann aber insgesamt 9 Stunden.

Angekommen hat das absolute Paradies auf mich gewartet. Dösen am Strand, ein Pool aus Quellenwasser und leckeres Essen wurden mir nach einem Tag jedoch zu langweilig und plötzlich standen auf den Programmpunkten meiner eigentlichen Entspannungstour Klippenspringen, Windsurfen und mir Haien tauchen. Genau, richtig gelesen! Ich bin mit 6m großen Haien getaucht und habe sogar einen gestreichelt! Um noch alles von der Insel gesehen zu haben, habe ich eine private Inseltour auf dem Motorrad bekommen und dafür mit einer Umarmung gezahlt.

An meinem letzten Abend wurde alles verrückt. In meinem Hostel gab es eine Weihnachtsfeier und alle Einheimischen sind zum Feiern und für einen großen Talentwettbewerb vorbeigekommen. Alle Touris, die eigentlich nur einen entspannten Urlaub machen wollten, wurden an einen langen Tisch weit abseits gesetzt. Wir waren somit gezwungen, irgendwelche sinnlosen Unterhaltungen zu führen und waren einem unangenehmen Schweigen beim Essen ausgesetzt.

Auf meiner Rückreise hat mich ein junger Mann mit Turbo auf seinem Motorrad zum Flughafen gebracht, dem es scheinbar wichtiger war, dass ich meinen Flug schaffe, als den Tag zu überleben. Ich bin trotzdem sicher Zuhause angekommen, auch wenn ich oft daran gezweifelt habe bzw. öfters darüber nachgedacht habe einfach im Paradies zu bleiben. 

Ich hatte eine super schöne und aufjedenfall entspannte Zeit und bin jetzt vorbereitet mich bei meiner Rückkehr in den Weihnachtsstress zu stürzen, bevor es für mich wieder auf große Entdeckungstour (aber dieses Mal mit Freunden) geht 😊

Rummage Sale

13Dez2019

Monate lang haben wir einen Tag in unserer Woche dafür geopfert, um gespendete Klamotten zu falten und nach Preis und Qualität zu ordnen. Jedes Jahr veranstaltet Uygongco einen kleinen und für ein ganzes Wochenende einen großen Flohmarkt, um Geld für die adoptierten Schulen zu sammeln. Und die deutschen Freiwilligen machen dafür die ganze Drecksarbeit. Zu Beginn hat es noch Spaß gemacht, alte Schätze anzuprobieren und über die Kleidungsstücke zu lachen, mit der Zeit wurde es aber nur nervig. Denn Uygongco ist dazu verpflichtet, jede Spende anzunehmen. Da kommen wirklich kistenweise Klamotten an, die teilweise sogar ungewaschen und kaputt sind.

Der kleine Flohmarkt hat wirklich wenig Spaß und Sinn gemacht, da wir unseren Stand in einer kleinen Seitengasse hatten und mehr damit beschäftigt waren, die Klamotten vor Regen zu schützen, als diese zu verkaufen.

Dieses Wochenende findet dann der große Sale statt und ich habe es als einzige erfolgreich geschafft, mich davor zu drücken und stattdessen in den Urlaub zu fahren. Ich darf laut den Filipinos sowieso nichts schleppen, ich müsse ja bald Kinder gebären. Deshalb wäre ich sowieso keine richtige Hilfe. Ich wünsche meinen Mitfreiwilligen trotzdem ganz viel Spaß das ganze Wochenende bis spät abends Kisten zu tragen und Klamotten zu falten!

der Platz wird knapp

04Dez2019

In der Andres Bonifacio Integrated School wird der Platz immer knapper. Nachdem neuerdings auf dem letzten Zentimeter Wiese die neue Pausenhalle eröffnet wurde, brauchte die Bibliothek, die Bäckerei und eine weitere Klasse auch eine neue Unterkunft. Deshalb hat Uygongco ein Gebäude gesponsort. Klingt relativ uninteressant, war es im Vergleich zu all den anderen Festen für uns Volunteers auch. Die ganze High-School hat sich versammelt, es wurden Reden gehalten und ein paar Tänze aufgeführt. Als dann ein riesiger Schlüssel von Person zu Person weitergereicht wurde, musste ich mir ein bisschen das Lachen verkneifen. Außerdem wurde festlich eine rote Schnur durchgeschnitten und ein Priester hat jede Räumlichkeit gesegnet, während wir versucht haben, Kerzenwachs auf unseren Händen zu vermeiden. Abschließend gab es dann als Höhepunkt viel leckeres Essen, welches wir uns sofort geschnappt haben und in einen leeren Raum verschwunden sind, damit wir nicht in unangenehme Erwachsenengespräche beim Essen verwickelt werden.

 

National Children´s Month

23Nov2019

Ein weiterer Samstag voller Arbeit. Unsere Schüler von der Hibao-an Elementary School haben bei einer Parade in der beliebtesten Mall hier in Iloilo teilgenommen. So gut wie alle Foundations haben sich versammelt und mit ihren Kindern ein paar Talente aufgeführt. Es ist echt herzerwärmend zu sehen, wie vielen talentreichen Kindern die Möglichkeit auf ein besseres Leben gegeben wird. Von Theaterauftritten bis Gesängen war alles dabei und als Dankeschön haben wir allen Teilnehmern ein paar Snacks ausgeteilt. Außerdem habe ich meine Lieblingsfreundin von Good Shepherds wiedergetroffen, welche eher weniger professionell ihre Theaterkünste präsentiert hat, indem sie so getan hat, sich zu freuen, mich wieder zu sehen. Man kann sich hier halt einfach nicht aus dem Weg gehen!

 

Plastic Mania

22Nov2019

Eine unserer wenigen Aufgaben ist es, innerhalb unseres Aufenthaltes ein environmental project zu machen. Wir fünf waren uns sehr schnell einig, welches Thema wir behandeln wollen: Müll.

Was den meisten von euch wahrscheinlich gar nicht so bewusst ist, ist, dass auf den Philippinen am 3. meisten Plastikmüll (nach China und Indonesien) existiert. Aber das liegt nicht nur an den Philippinen selbst, sondern an all den anderen Ländern, die ihren Müll versuchen im Ozean loszuwerden. Und weil es hier ein Inselstaat ist, gibt es viele Küsten, an denen der Müll angeschwemmt wird. Aber den Kindern zu sagen, dass nur die anderen Länder für die Umweltverschmutzung verantwortlich sind, ist erstens inhaltlich falsch und zweitens nicht das, was wir erreichen wollten.

Hier ist den Menschen der Müll auch so gut wie egal. Es wird immer alles zweimal in Plastik verpackt. Nirgendwo findet man Mülleimer, nicht auf den Straßen, nicht in den Malls und insbesondere auch nicht in den Schulen. Also was bleibt den Menschen für eine andere Möglichkeit, als den Müll auf den Boden zu werfen? Genau diese Einstellung wollten wir in den Köpfen der Kinder ändern.

Wir haben uns wochenlang zusammengesetzt und ein zweitägiges Projekt für unsere 3 Grundschulen entworfen. Mit einer Präsentation, einer Aufräumaktion, Spielen, Videos, Selbstgestaltung von Postern, Recycling Workshops und sogar einem Comic, welches von einer Plastiktüte hier in Iloilo handelt.

Mich hat es wirklich überrascht, wie viel die Kinder schon über den Abfall und die negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt wissen und ihnen auch genau bewusst ist, dass es nicht so weiter gehen kann. Aber auf der anderen Seite bringen die Kinder ihr Wissen nicht in den Alltag mit ein, weil die unwissenden Eltern wirklich kein gutes Vorbild sind. Jedoch denke ich, dass wir besonders durch unseren Workshop den Kindern viel mit auf den Weg geben konnten, explizit durch den Spaß, den das aufräumen und basteln gemacht hat.

Hier der Comic:

 

Und wieder einige Einblicke:

Nestle

18Nov2019

Es tut mir leid für die folgende Negativität, aber ich muss mich einmal kurz auskotzen. Auf der einer Seite über die Leichtgläubigkeit der Filipinos und auf der anderen Seite über unseren Favoriten Nestlé.

Vielleicht fange ich erst einmal mit meiner Einstellung zu Nestlé an. Ich halte so gut wie gar nichts von diesem Unternehmen. Nicht nur, dass Nestlé durch die ganzen Tochterunternehmen immer unkontrolliert mächtiger wird, sondern auch der Umwelt und den Menschen schadet. Zum einen der Wasserklau in Entwicklungsländern, womit der Bevölkerung ein Grundrecht genommen wird und zum anderen viele Daten durch illegale Wege aufgegriffen werden, um die Marketingforschung zu fördern.

In den Supermarktregalen in Deutschland fällt einem bewusst nicht auf, wo Nestlé überall seine Finger im Spiel hat. Meistens steht es hinten nur im Kleingedruckten auf. Viele Menschen versuchen, den Kauf von Nestléprodukten aktiv zu vermeiden. Hier auf den Philippinen steht Nestlé jedoch für Qualität. Überall steht groß und dick Nestlé drauf, besonders bei „Milchprodukten“ (Milch, Käse, Jogurt etc. wird hier chemisch hergestellt). Jeder kauft es, jeder liebt es. Dass es hier an Aufklärung an vielen Stellen mangelt, ist ja verständlich.

Jetzt kommen wir aber zu einem der unglaublichsten Erlebnisse für mich hier auf den Philippinen:

Ein ganz normaler Montagmorgen, wir sind ohne Befürchtungen zu unserer Schule gefahren. Aber nein: Milo, der Kakao von Nestlé, hat ein riesen Event veranstaltet, um Werbung zu machen. So etwas wäre in Deutschland keines Falls erlaubt gewesen, besonders nicht in Grundschule. Und das Beste kommt noch: Sie haben den Kakao als gesund und energiespendend verkauft! Den Kindern wurden verschiedene Sportarten näher gebracht und abschließend wurde jedem ein Becher mit dem Kakao in die Hand gedrückt. Ich habe das Zeug hier auch schon einmal getrunken und prinzipiell besteht das Pulver größtenteils aus Zucker und Milchpulver mit zugesetzten Vitaminen und das ganze muss dann nur noch mit Wasser gemischt werden.

In einem Klassenraum wurde den Eltern der Kinder dann Videos gezeigt, wie gesund Milo doch sei. Und das in einer Schule! Ich kann es kaum fassen, wie weit Nestlé geht, um deren Produkte zu verkaufen und dabei die Leichtgläubigkeit der Bevölkerung hier komplett auszunutzen.

Abschließend noch: Ich habe Milo sogar im Krankenhaus jeden Morgen zum Frühstück bekommen!

Yoga Camp

17Nov2019

Namaskar meine Brüder und Schwestern!

Ich habe ein Wochenende voller Entspannung hinter mir und habe wie man so schön sagt meine innere Mitte gefunden. Ok nein, um ehrlich zu sein, habe ich einfach nur in einem vegetarischen Restaurant ein paar Freaks kennengelernt, die extrem in diesem Yoga-Meditation-Vegetarische Ernährung Ding drin sind. Und weil ich in Deutschland auch Vegetarier war, wurde ich sofort in diese Schiene eingeordnet und zu einem Yoga Wochenende außerhalb der Stadt eingeladen. In der Hoffnung, dass es schnell vergessen wird, habe ich einfach mal zugesagt. Wurde es aber leider nicht und nach 10 Facebook-Einladungen und mehreren Anrufen habe ich ein paar weitere weltwärts Freiwillige in das Ganze mit reingezogen. Also ging es für uns auf nach San-Joaquin, mitten im nirgendwo. So mitten im nirgendwo, dass der Busfahrer mich super verwirrt angeschaut hat, als ich den Bus angehalten habe und mit meiner Campingausrüstung und einer Yoga Matte ausgestiegen bin. Besonders weil er vorher an allen Resorts angehalten hat, mit der Erwartung, ich würde dort mein Wellnesswochenende verbringen.

Eine echt schöne Gegend, welche von einem Dada extra für solche Camps errichtet wurde. Mit kleinen Bambushütten am Strand, von welchen wir perfekt beim Schlafen das Meer beobachten konnten, ein paar kleinen Pools, die mit Regenwasser befüllt werden und viele aufgebaute Zelte. Im Guten und Ganzen konnte ich das Camp doch ernster nehmen als erwartet, auch wenn wir beim Yoga sehr versagt haben und ich nicht länger als eine Stunde beim Meditieren still sitzen konnte. Zudem haben wir mit den indischen Meditationsmeistern stundenlang Fruchtbarkeitstänze getanzt. Aber am entspannensten war es, dass wir um 4:30 zum Sonnenaufgang mit einem Liedchen geweckt wurden. Ok nein das ist Spaß, ich als ausgebildeter Langschläfer fand das wirklich schrecklich. Für mich war das Beste das leckere vegetarische Essen, denn ich esse hier auf den Philippinen wirklich nur ungern Fleisch.

Diese Erfahrung gemacht zu haben war wirklich besonders und schön, ich hoffe aber trotzdem mich das nächste Mal da besser herausreden zu können. So etwas ist wirklich nichts für mich, ich brauche eher ein aktionreiches Wochenende, weil ich mich viel zu schnell langweile.

Ich bin jetzt ein Vampir

14Nov2019

Es war einmal ein 18-jähriges Mädchen auf den Philippinen, welches sich ohne Gedanken mit einem Freund in einer Bar auf ein Bier getroffen hatte.

Plötzlich attackierte sie ein Tier, biss sie ins Gesicht und hinterließ eine brennende Flüssigkeit. Das Mädchen dachte sich erst einmal nichts dabei und wusch die Flüssigkeit ab. Das Auge brannte die nächsten Tage weiter. Bis sie 3 Tage später von einer Mutter ihrer Grundschulkinder angesprochen wurde, dass der Biss wie ein Fledermausbiss aussehe.

Ja genau das Mädchen bin ich, wer es sich nicht schon denken konnte. Also Schwups Diwups ins Krankenhaus mit mir, um noch schnell eine Auffrischung meiner Tollwut Impfung zu holen, damit ich auch noch lebend wieder nach Hause komme. Gott sei Dank kennt man mich da ja schon, also ging alles schnell.

Kauft euch besser Knoblauch, bevor ich euch auch beiße tongue-out

Visum-Horror

11Nov2019

Schon bei unserem Vorbereitungsseminar wurde uns das Beantragen unseres Visum als Horrorstory erzählt. Es ist so gut wie unmöglich, dieses in Deutschland zu beantragen, also waren wir ganz auf uns allein gestellt, auf den Philippinen das Visum zu beantragen. Zunächst mussten wir mit einem gefälschten Rückflugticket einreisen und uns als Touristen ausgeben. Dabei wurden schon viele Fragen gestellt und wir wurden mit skeptischen Blicken bei der Einreise gemustert. Angekommen ging der ganze Spaß dann los. Formulare ausfüllen, von denen niemand was verstanden hat, 4 verschiedene cremeweiße Mappen mit verschiedenen Dokumenten und mehreren Kopien sammeln, Bilder machen lassen (die eh nicht gebraucht wurden) und beim mehrmaligen Warten im Immigration office immer ein Lächeln auf den Lippen haben. Bloß nicht unfreundlich werden, wenn den Mitarbeitern mal nach einer mehrstündigen Pause ist und bei jeder Kleinigkeit freundlich nachhaken. Bei diesem Prozedere habe ich aufjedenfall gelernt, freundlich zu bleiben, auch wenn ich ungeduldig bin. Jedoch hatte ich im Gegensatz zu den anderen Freiwilligen, besonders denen vom letzten Jahr, super viel Glück und ich konnte keine 2 Monate später schon mein Visum abholen und musste nur ein einziges Mal für viel Geld mein Touristenvisum verlängern lassen. Bevor die Visumgeschichte nicht durch ist, sind wir nicht erlaubt das Land zu verlassen, sonst müssen wir mit einem erneuten Touristenvisum einreisen und das Missionary Visa vonneut beantragen. Alles super kompliziert gemacht und das ist auf jedenfall ein großer Nachteil, den die Freiwilligen auf den Philippinen haben. Ich habe diese Hürde trotzdem gut gemeistert und dieses mal mit viel Glück und Geduld! Jetzt bin ich hier ein „legal Alien“ für ein ganzes Jahr.

die Regenzeit

08Nov2019

Bevor ich hier angekommen bin, wurde mir viel über starke Stürme und die Regenzeit gepriesen. In meinen Vorstellungen war die Regenzeit eine kalte und regnerische Zeit. Falsch gedacht!

Ja, es regnet hier ab und zu mal und besonders nachts. Und wenn, dann kommt eine Masse von Wasser vom Himmel, dass auch wirklich alles unter Wasser steht und man bis auf die Unterwäsche nass wird. An Regentagen fällt dann auch meistens die Schule aus, da es keine Abwassersysteme gibt und alle Klassenräume unter Wasser stehen. Außerdem gehen die Kinder auch nicht in die Schule, sobald es regnet, da diese dann ja krank werden könnten.

Aber keine zwei Stunden später sieht die Stadt wieder so aus, als wäre nie etwas gewesen!

Stürme gibt es hier auch viele. Ich war schon in unzähligen Gebäuden, Geschäften und Hafen eingesperrt, ohne Strom. Solang man während eines Sturmes jedoch nicht auf einem Schiff ist, ist dieser aber auszuhalten und man ist in meiner Inselregion auch sicher. Ich habe hier gelernt, den Menschen zu vertrauen, was meine Sicherheit angeht. Wenn mir auch nur eine Person sagt, etwas könnte wegen den Wetterverhältnissen gefährlich sein, meide ich es.

Von meiner Perspektive aus freue ich mich eigentlich jedes Mal, wenn es regnet, da es dann mal für 1-2 Stunden nicht über 30 Grad sind und ich meinen Ventilator ausschalten kann. Jedoch bereue ich meine Freude jedes mal, sobald es aufgehört hat, da es dann wieder unglaublich heiß mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit ist und man selbst ohne Kleidung wie in einer Sauna schwitzen würde. Deshalb freue ich mich schon auf die Hot-Season die im Dezember schon beginnt, obwohl ich noch gar nicht sagen kann, wie das so sein wird.

Iloilo - City of Love?

06Nov2019

Was man hier nicht übersehen kann, ist, dass Iloilo die Stadt der Liebe ist. Überall Schilder und die Bevölkerung ist auch sehr stolz darauf. Wie schon erzählt wird die nahe liegende Stadt Bacolod City of Smile genannt.

Das ist jedoch leider nicht die Erfahrung, die ich mit diesem Eintrag mit euch teilen möchte. Das man muss immer lachen und jeden lieben Ding geht hier meiner Meinung nach wirklich zu weit und belastet mich in vielen Situationen stark.

Ein eher unschönes Beispiel, damit ihr euch in mich besser hineinversetzen könnt: Ein Junge aus einer Highschool, an welcher ich arbeite, hat sich letztens an seinem eigenen Geburtstag erhängt. Und der Schulalltag ging weiter, als wäre nie etwas gewesen! Die Selbstmordrate (besonders hier in Iloilo) steigt von Jahr zu Jahr und besonders Jugendliche sind betroffen. Und jedes Mal schockt es mich aufs Neue. Warum nehmen sich hier so viele junge Menschen aus Einsamkeit das Leben, wenn sich hier anscheinend alle lieben und anscheinend immer alle füreinander da sind? Meine Befürchtung ist, dass jeder Einzelne seinen Frust und Trauer in sich hineinfrisst, bis es irgendwann zu viel ist. Man muss halt immer lachen und positiv wirken, selbst wenn nicht alles schön ist.

Das schlimmste für mich: Die Menschen trauern, nach Vorfällen wie diesem, alle innerlich. Mir hat zum Beispiel ein 9-jähriges Kind erzählt, dass ihre Mutter gestern verstorben sei und sie hat dabei gelacht! Eine Freundin hat mir auch erzählt, dass alle versuchen immer positiv zu bleiben und das Beste aus dem Leben zu machen. Und das ginge nur mit einem dauerhaften Lächeln auf den Lippen.

Was ich hier für mein Leben lerne: Es ist nicht falsch zu trauern. Niemand verurteilt dich in Deutschland für Negativität und ich kann mich sehr glücklich schätzen, so viele liebenswerte Menschen in meinem Leben zu haben und ich von allen Seiten mehr als unterstützt werde. Aber selbst wenn man nicht so ein Glück hat, es gibt viele Möglichkeiten Menschen zu finden, die immer ein offenes Ohr für einen haben. Seinen Frust in sich hineinzufressen bringt einen aber nicht weiter.

Aller Heiligen - All Saints Day

02Nov2019

Alle meine Freunde sind über das Wochenende zu ihren Familien gefahren. Die Straßen waren wie leer gefegt und die meisten Geschäfte geschlossen. (Was besonders ist, da sogar an Weihnachten alles geöffnet hat.) Ein sehr wichtiger Feiertag in der philippinischen Kultur. 

Die Familien versammeln sich um die Gräber oder Mausoleen ihrer Angehörigen und veranstalten auf dem Grab ein großes Picknick! Leider habe ich nicht so ganz rausfinden könne, warum, denn meine Freunde machen das nur aus Traditionsgründen.

Was ich jedoch mitbekommen habe, ist, dass zum einen auf vielen Friedhöfen ein großer Jahrmarkt stattgefunden hat und mich zum anderen falsche Priester angesprochen haben, ob sie einen Verstorbenen für mich segnen sollen. Für ganze 5000 Peso, das sind umgerechnet ca 90 Euro!

Ein Freund hat mich auch mit zu seiner Familie eingeladen. Ich habe jedoch dankend abgesagt, da ich mich nicht ganz wohl dabei fühlen würde, auf einem fremden Grab ein Bier mit der Familie des Verstorbenen zu trinken. Natürlich möchte ich die Kultur von allen Seiten kennenlernen, aber da gehen unsere beiden Kulturen wohl einfach zu sehr auseinander!

Halloween

31Okt2019

Alle, die sich halbwegs mit der philippinischen Geschichte auskennen, wissen, dass die Philippinen sehr amerikanisch geprägt sind. Und genau das habe ich an Halloween erlebt.

Etliche Kinder versammeln sich am 31. Oktober für Kostümwettbewerbe in den Malls und spielen Süßes oder Saures an den Kassen der Geschäfte. 

Für uns hieß es aber: Auf zu der größten Halloweenparty in der Stadt! Den ganzen Nachmittag haben wir damit verbracht, uns mit Kunstblut zu beschmieren, um möglichst gruselig auszusehen. Leider nicht mit dem Gedanken, dass hier die Kostüme mit denen an Karneval zu vergleichen sind und garnicht gruselig sein müssen!

Angekommen auf der Party wurde uns das Motto klar. Desto weniger Kleidung, desto besser... Bei mir als Blondine war es jedoch besser, das Motto nicht mitzumachen, da ich sowieso schon, mehr als mir wohl ist, aus der Masse hinaus steche. Das muss ich nicht noch durch Kleidung provozieren. 

Wir haben bis spät in die Nacht gefeiert und wieder superviele neue Gesichter kennengelernt, deren Namen ich mir gar nicht alle merken kann. Anschließend bin ich mit Freunden noch auf eine kleine Nachtwanderung zum Strand. Bis zum Sonnenaufgang haben wir dort bei einem Lagerfeur weitergefeiert, bis es für meine Freunde Richtung Familie und mich Richtung Bett ging.

UN Monat

30Okt2019

Was ich nicht wusste, der Oktober ist der Monat der United Nations. Natürlich gehört auch Deutschland dazu, jedoch habe ich noch nie von einem riesen Fest mitbekommen. Hier wird das jedoch ganz groß geschrieben, denn alles wird gefeiert, was gefeiert werden kann.

Einen Monat lang haben wir in den Klassen die Hymne der United Nations, der Philippinen und der Stadt Iloilo rauf und runter gesungen und haben um die Wette gebastelt. Auch außerhalb unserer Arbeitszeit haben wir viel von dem United Nations Month mitbekommen, wie zum Beispiel ein großer Kostümwettbewerb in der Mall.

In allen drei Schulen fand ein großes Fest statt, was von Mal zu Mal übertroffen wurde. In Hibao-an fand dieses schon Anfang Oktober bei der Morgen Zeremonie statt, wo sich ein paar Kinder verkleidet haben, Flaggen geschwungen haben und ein paar Tänze aufgeführt haben.

Am 29. Oktober fand die Feier in der Abis statt. Den ganzen Vormittag haben wir auf das Fest gewartet und während kein Unterricht stattfand, uns mit ein paar wenigen kindern vergnügt.

Aus jeder Klasse haben sich 2 Kinder als Miss und Mr eines Landes verkleidet. Na ja, sie haben es zu mindestens versucht. Gestartet hat die Feier mit einer großen Parade einmal durch die ganze Schule. Anschließend gab es viele Aufführungen und Tänze und einer der anderen Freiwilligen ein Lied auf Tagalog (der Landessprache) gesungen. Natürlich wurde der Tag mit einem Kostümwettbewerb beendet.

Einen Tag darauf wurde in Lapaz die Kirsche auf die Torte gesetzt. Natürlich mussten alle dort noch mehr übertreiben. Wir haben stundenlang die Turnhalle dekoriert und alles vorbereitet.

Als die Kinder dann eingetroffen sind, war ich einfach nur geschockt. Ich wusste, dass Misswahlen auf den Philippinen ein sehr großes und beliebtes Thema ist. Aber ein Kindergartenkind mit so viel Make-up zu sehen, was ich in meinem ganzen Leben noch nicht getragen habe, tat mir einfach leid. Von Kind zu Kind wurden die High Heels immer höher und die falschen Wimpern immer länger. Wir Freiwilligen wurden während der Zeremonie an einen extra Tisch gesetzt und mit genügend Fastfood versorgt. Die Kinder der verschiedenen Nationen sind wieder alle eingelaufen, haben getanzt und es haben sogar unsere Uygongco Kinder verdient den Preis für das beste Kostüm gewonnen. Und dann kamen die Miss Wahl mit einer Krönung und einem Paartanz. Mir fällt kein anderer Ausdruck dafür ein außer extrem übertrieben.

 

Ich bin wirklich froh, dass dieser Monat jetzt endlich vorbei ist und ich gehe jetzt erst mal mit Kopfschmerzen von den Hymnen in Dauerschleife ein Nickerchen machen.

MassKara Festival– „many faces“

27Okt2019

Es war einmal ein kleines Dorf der philippinischen Provinz Negros, um ungefähr 1980, welches von einer Zuckerkriese betroffen war. Zuckerrohr war damals die primäre landwirtschaftliche Ernte, doch der Preis sank in den Keller, da die gute alte Fructose entdeckt wurde. Die Menschen kämpften also unglücklich ums Überleben und als wäre das noch nicht schlimm genug, gab es in diesem Jahr auch noch ein tragisches Schiffsunglück, bei welchem Hunderte von Menschen ihr Leben verloren hatten.

Deshalb entschied die Provinz, ein Fest des Lächelns zu veranstalten, weshalb die Stadt Bacolod auf Negros immer noch als die „City of Smiles“ bekannt ist. Aus den überflüssigen Zuckerrohren wurden riesen Masken mit lächelnden Gesichtern gebaut und alle Menschen trugen bunte Kleidung, um das Glück zurück in die Stadt zu holen.

Bis heute versammeln sich jedes Jahr im Oktober Menschen aus allen Regionen in der Stadt Bacolod, um das Glück des Lebens zusammen zu feiern und Positivität in der Stadt zu wecken. Und ich war mitten drin.

Endlich mein erstes Festival hier auf den Philippinen! Also um ehrlich zu sein, wurden meine Erwartungen mehr als erfüllt. Die Straßen wurden abgesperrt, überall Essensstände (Filipinos lieben es, zu essen), unglaublich viele Souvenirs und es wurde bis in die Nacht gefeiert. Egal wo man hinging, man sah maskierte Menschen und es gab mehrere große Umzüge, bei denen teilweise sogar Kinder mitgetanzt und gefeiert haben. Das Handynetz wurde über die Zeit aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet, was auf der einen Seite den Vorteil hatte, dass niemand am Handy war, auf der anderen Seite durfte man sich einfach nicht verlieren, sonst wäre man als Tourist in der Menge verloren gewesen.

Die anderen Volunteers haben das mit dem Kölner Karneval verglichen, ich als Rheinländerin kann da jedoch gar nicht zustimmen.

Die erste Nacht war ich mit den anderen Volunteers auf den Straßen unterwegs. Überall bunte Lichter, laute Musik und gar nicht allzu viele Menschen.

Meinen Haupt MassKara Festtag habe ich dann jedoch mit einheimischen Freunden verbracht, die ursprünglich aus Bacolod kommen, aber in Iloilo studieren. Wir sind zu einem großen Umzug gegangen, haben mitgefeiert und als es spät in der Nacht anfing zu regnen, war die Positivität in uns noch so groß, dass wir einfach weiter getanzt haben. Klitsch nass ging es dann nach Hause, erledigt von dem Tag, sodass mir zwei Tage komplett ausgereicht haben und wir am nächsten Tag noch kurz vor dem großen Sturm gut in unserem Iloilo angekommen bin. Zurückblickend war es GRANDIOS!

Unterkunft & WG

15Okt2019

Darf ich vorstellen: Die Uygongco Wg

Hinter einem roten Eingangstor (was so niedrig ist, dass ich schon mehrere Erinnerungsbeulen hatte) befindet sich unser wunderschönes, altes Haus, in welchem wir eine kleine Wohnung haben. Der größte Teil des Hauses ist ein verlassenes Restaurant oder leer stehend. Nette, aber alkoholabhängige Nachbarn haben wir jedoch auch. Der erste Blick fällt auf unseren wunderschönen Garten, der täglich von einem Gärtner instand gehalten wird.

Durch unsere Eingangstür durch kommt man direkt in unseren Wohn- und Essbereich, über den man sich nur beschweren kann, wenn wir nicht abgewaschen haben und Ameisenstraßen den Boden bedecken.

Wir haben 3x 2-Bett-Zimmer, also sind wir auch 6 Personen. Und ich bin die kleine Prinzessin (wird so gesagt, ist leider aber nicht so), da ich das einzige Mädchen unter diesem Dach bin. Die ersten Wochen waren wir 5 Freiwillige, da einer erst später kommen konnte, da man einen Weltwärtseinsatz nicht unter 18 Jahren antreten kann.

Als dieser jedoch angekommen ist und ich noch im Krankenhaus lag, hat ein anderer Freiwilliger sich dazu entschieden den Einsatz abzubrechen und nach Deutschland zurückzukehren, da er von Uygongco rausgeschmissen wurde, sich kein neues Projekt suchen wollte und zudem auch noch krank war.

Nach dem ganzen hin und her haben wir jetzt doch noch einen 6. Mitbewohner gefunden, welcher jedoch in einer anderen Organisation arbeitet, aber mit seiner Unterkunft nicht ganz zufrieden war.

Mal sehen, wer hier die nächsten Monate noch so ein- und ausziehen wird 😊

Mit den Badezimmern gibt es eigentlich auch kein Problem, wir haben 3 Duschen und das reicht aus um alle zu jeder Zeit zu versorgen. Naja, nicht zu jeder Zeit, nachts sollte man die Badezimmer aufgrund von Kakerlakenpartys besser vermeiden und ab und zu gibt es auch kein Strom oder Wasser. Aber das klärt sich nach ein paar Stunden wieder. Die längste Zeit ohne Strom war bisher 23 Stunden.

Mein Zimmer teile ich mir mit dem Jüngsten unserer Bande und ich bin sehr zufrieden, da wir nach hinten raus noch eine kleine Terrasse mit einer Hängematte haben und uns so auch gut mal aus dem Weg gehen können.

Wenn es ums Putzen und Ordnung geht, ist dieses WG-Leben eine sehr große Herausforderung für mich und ich habe es langsam aufgegeben mich zu beschweren und mache es meistens einfach mit zwei anderen Freiwilligen alles allein. Ich kann nur sagen, dass alle Cliches einer Jungs-WG hier erfüllt werden und es mir schwerfällt alle meine Nerven zusammen zu halten, besonders weil wir alle vom Charakter sehr unterschiedliche Menschen sind und es oftmals zu schwierigen Diskussionen kommt. Da brauche ich sehr oft auch mal eine Auszeit und bin froh, öfters einen Schlafplatz bei meinen Freunden zu haben. :D 

World Bread Day

11Okt2019

„What is today?“ – „World Bread day“ -  „I cannot heeeeaaar you“ – „WORLD BREAD DAAAAY!!“

Happy internationalen Brot Tag. Wie schon häufiger erzählt, hier wird jeder Bullshit groß gefeiert. Heute Morgen sind wir früh aufgestanden, um pünktlich in Hibao-an bei der „Brot“-ausgabe zu helfen. (Natürlich nicht das leckere deutsche Brot was ich unglaaauuublich vermisse, sondern nur süßes Brot) Die Kinder waren alle schon hungrig und bereit, Brot und Milch gesponsort zu bekommen. Es wurde mal wieder ein viel zu großes Fest veranstaltet, mit Tänzen, Gesang und ganz vielen Reden von anscheinend wichtigen Leuten, die irgendwie aber niemand kannte (erstrecht nicht die Kinder).

Am Nachmittag ging es für uns dann weiter zum Time Square. Eigentlich suchen wir diesen Ort nur auf, wenn wir in unsere Lieblingsdisco gehen wollen. Heute hieß es für uns aber: Cupcakes dekorieren! Unsere Aufgabe war es, den Uygongco-Kindern von einer unserer Grundschulen beim Dekorieren der Cupcakes zu helfen. Natürlich bin ich in der Desaster-Gruppe gelandet, aber wenigstens hatten wir den meisten Spaß! Am Ende auch die schlimmsten Cupcakes, weil meine 3 Rabauken lieber essen als dekorieren wollten und sehr viel Spaß daran hatten, die Spritztüten als Spielzeugwaffen zu verwenden.

Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher Tag, wobei ich am Ende des Tages immer noch nicht den Sinn dieses Feiertages verstanden habe.

Ein kleines Video zu diesem erlebnisreichen Feiertag findet ihr hier:              

https://web.facebook.com/PSB2005/videos/712563555914092/?v=712563555914092

 

Trip nach Manila

06Okt2019

Manila ist die Hauptstadt der Philippinen. Eine riesige beeindruckende Stadt, die mich sehr geprägt hat. Mehrere Millionen Menschen, die man gar nicht mehr zählen kann. Überall von den Philippinen flüchten die Menschen hier hin. Bessere Berufschancen und Hoffnung auf ein besseres Leben. Um euch die Überbevölkerung deutlich zu machen, hier ein Vergleich: In Manila leben ca. 60.000 Menschen auf einem Raum von einem Quadrat Kilometer. In Köln 2.500. Ich dachte besonders in Ländern mit Gated Communities ist der Unterschied zwischen Arm und Reich hoch. Aber was sich hier in den letzten Jahren entwickelt hat, ist unglaublich! Es gibt gar keinen Platz für Gated Communities oder Ähnliches, die Slums befinden sich schon um die Wolkenkratzer herum! Manila ist so überbevölkert, dass du zu Fuß schneller bist als mit dem Auto. Unglaublich. Ich bin sehr froh, in meinem "kleinen" Iloilo zu sein, da ich dort viel mehr von der Kultur erlebe.

Insgesamt hatte ich schöne Tage. Ich habe wieder eine Gruppe von netten Filipinos kennengelernt, welche mir die Stadt gezeigt haben, da meine Interessen nicht mit denen der anderen Volunteers übereingestimmt haben. Die Stadt selbst hat mich jedoch eher enttäuscht. Die Altstadt war auf keiner Weise mit den europäischen zu vergleichen und besonders Chinatown ist ein sehr heruntergekommener Stadtteil, von welchem ich mir mehr erhofft habe. Gesehen haben muss man aber die Mall of Asia, die unter den 15 größten Malls weltweit zählt, in welcher man sich nur verlaufen kann. Und Rooftopbars, von denen man besonders nachts einen wunderschönen Blick auf die Großstadt hat. Ich hatte eine schöne Zeit, die ich jedoch nicht unbedingt wiederholen muss.

Tag der deutschen Einheit

03Okt2019

Ein sehr wichtiger Tag der Geschichte, welcher uns in Deutschland jedes Jahr aufs Neue betrifft. Ich dachte, ich würde hier auf den Philippinen nicht die deutschen nationalen Feiertage feiern, falsch gedacht. Die deutsche Botschaft hat alle Freiwilligen nach Manila eingeladen. Am Anfang stand das Event für uns noch sehr in den Sternen. Wir hatten keine hohen Erwartungen, aber haben uns am Ende doch dazu entschieden die Reise anzutreten und die Tage danach ein bisschen die Hauptstadt zu erkunden.

Es kam alles anders. Mit großen leuchtenden Augen standen wir am Abend vom 3. Oktober vor dem Hotel, in dessen Ballsaal die Party steigen sollte. Die deutsche Botschaft hat auf jeden Fall nicht an Geld gespart. Am Eingang erst einmal eine Sicherheitskontrolle wie im Flughafen. Ich war noch nie in einem so luxuriösen Hotel. Wie eine andere Welt, wenn man in seiner Unterkunft es wertschätzt, dass man ab und zu einen Tag keine Kakerlaken zu Besuch hat und täglich mit Straßenkindern und Armut konfrontiert wird. Und aufpassen mussten wir auch: Plötzlich wurde alles was wir gesagt haben auch verstanden! Man wurde plötzlich nicht mehr von allen angestarrt! Kompletter Schock. Und als ich dann die riesigen Buffets mit deutschem Essen gesehen habe: ein Traum! ENDLICH GESUNDES ESSEN! Es gab alles. Von Weißwurst, Kartoffelpüree und Rotkohl bis Käse, welchen ich hier besonders vermisse. Außerdem gab es deutsches Bier und sehr guten Sekt und Wein. Ein absoluter Traum! Es ist schon etwas Schönes deutscher Staatsbürger zu sein.

Im Laufe des Abends wurde der Altersdurchschnitt auch immer jünger und der Alkoholpegel immer höher, wodurch wir schon am frühen Abend mit vollem Magen unsere Füße wundgetanzt haben. Ebenfalls war es schön, andere Weltwärtsfreiwillige kennengelernt zu haben. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass unsere Mariphil-Truppe mit Abstand die offensten und lustigesten waren und ich froh bin, so ein tolle Freiwillige an meiner Seite zu haben!

Im Nachhinein habe ich schon ein schlechtes Gewissen, dass so viel Geld für so einen Abend ausgegeben wird und ich das unterstützt habe. Aber auf der anderen Seite habe ich auch an diesem Abend wieder viel erlebt und auch neue Erfahrungen gesammelt. Die Reise hat sich gelohnt!

Holy Birthday Batman!

01Okt2019

Was ich schon wusste ist, dass Filipinos es lieben, groß und viel zu feiern. Jede Möglichkeit um zu feiern wird genutzt, umso größer, umso besser! Schockierend für mich war aber, was heute passiert ist. Ein scheinbar ganz normaler Tag im Kindergarten der Lapaz Elementary School. Bis plötzlich die Geburtstagsfeier eines der Kinder angekündigt wurde. Man hat ihm schon ab der ersten Sekunde angemerkt, dass er gar keine Lust darauf hatte. Jedoch ging der "Spaß" erst so richtig los, als seine ganze Familie mit Luftballons, Batman-Masken, einem riesigen Kuchen und einem großen Topf Spaghetti eingetrudelt kamen. Alles musste perfekt dekoriert werden und sollte "Spaß" machen. Die Kinder waren jedoch eher auf den Fernseher fokussiert und haben gar nicht verstanden, was abgeht. Mir tat das wirklich leid für den kleinen Jungen...

 

Geburtstag in der High Society

28Sept2019

 

Heute Morgen kam ein Anruf rein. Wir wurden zu einer Dinner-Party bei unserer Chefin eingeladen. Warum, weshalb, wieso wusste keiner. Jedoch haben wir alle unsere Pläne abgesagt und sind pünktlich bei ihrer Mutter (unserer Hausbesitzerin) erschienen. Ich habe noch nie so ein wunderschönes, chinesisch eingerichtetes Haus gesehen. Wirklich wunderschön. Ich habe mich nicht getraut etwas anzufassen. Als ihr Neffe (unser Fahrer) eingetroffen war, ging der ganze Spaß los. Erste Station war das Kloster nebenan, wo wir drei belgische Schwestern abgeholt haben. Nach einer weiteren Grundstücksbesichtigung ging es dann zu der Gated Community, in welcher unsere Chefin wohnt. Ebenfalls ein wunderschönes und großes Haus, eigene Kellner und Köche und nur die High Society war anwesend. Dort stellte sich dann heraus, dass wir den Geburtstag ihres Mannes feiern. Wir haben uns als erstes auf das Buffet gestürzt und uns mit dem ganzen leckerem Essen vollgestopft. Ich habe es echt vermisst, mich nicht von Street- und Fast Food zu ernähren. Anschließend wurden wir alle zum Tanzen aufgefordert. Von griechischen, philippinischen und chinesischen Volkstänzen bis zu Boogie und Discofox haben wir alles ausprobiert und die Party unsicher gemacht! 

 

Eine Woche voller Arbeit

27Sept2019

Letzte Woche war meine erste Woche, die ich komplett, jeden Tag Vollzeit dabei war: keine Arzttermine, keine Feiertage, kein Schulausfall wegen Regen.

Montag war ich das erste Mal in der Grundschule in Hibao-an. Superviele und extrem aktive Kinder. Nach dem Vormittag war ich wirklich ausgepowert.

Dienstag, Mittwoch und Freitag war ich in der Abis Grundschule. Bisher meine Lieblingsschule, da die Kinder gut Englisch sprechen und nicht zu anstrengend, aber auch nicht zu schüchtern sind. Wenn wir dort das Spielzeug auspacken, wird stundenlang getanzt, Seilchen gesprungen und Volleyball gespielt. Mir sind schon viele ans Herz gewachsen und mich macht es jedes mal aufs neue glücklich, den Kleinen, mit ein bisschen Aufmerksamkeit und Bestätigung, Freude zu schenken. Besonders Spaß macht mir der Englischunterricht am Nachmittag, da ich dort die Möglichkeit habe, die Kinder durch richtige Kommunikation kennenzulernen.

Donnerstag stand Lapaz auf meinem Plan. Das ist jedes Mal ein neues Abenteuer. Viele anhängliche Kinder, die dich alle auf einmal überfallen und mit dir spielen wollen. Die Sprachbarriere wird erst zum Problem, wenn eines der Kinder mal weint und man nicht rausfinden kann warum.

Donnerstag war außerdem Impftag. Jeder der Schüler hat zwei bekommen. Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinner, war das bei mir genauso ein Drama. Ich entschuldige mich hiermit offiziell bei meinen Eltern und meinem Kinderarzt, dass ihr das mit mir durchmachen musstet. So viele Kinder festzuhalten, ihnen über das halbe Gelände hinterherzurennen und zu trösten, wenn sie sich schon mit aller Kraft auf den Boden gerissen haben, das hat mir wirklich meine letzte Kraft geraubt. Jedoch war es auch schockierend zu sehen, wie aggressiv und verständnislos die Lehrer dagegen vorgegangen sind.

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Insgesamt wieder eine sehr erlebnisreiche und anstrengende Woche. Wohlfühlen tue ich mich hier auf jeden Fall und ich genieße jede Sekunde mit den Kindern. Ich will mir jetzt schon den Abschied nicht ausmalen, so sehr sind die Kleinen mir ans Herz gewachsen!

Back at it again - Trip nach Guimaras

22Sept2019

Heute war ausnahmsweise mal wieder schönes Wetter, weshalb wir uns entschieden haben auf die kleine Insel Guimaras zu fahren und einen Tagesausflug zum Strand zu machen. Das einzige enttäuschende war das Versagen der guten, deutschen 50er Sonnencreme, weshalb wir jetzt die nächsten Tage alle Sonnenbrände durchstehen müssen.

Jedoch hat sich die Fahrt gelohnt und durch meine noch vorhandenen Beziehungen, sind wir auch günstig und schnell zu einem Traumstrand gekommen.

 

Kurzes Update meiner Gesundheit

09Sept2019

Ich habe jetzt 2 Wochen hier im Medical City Iloilo hinter mir. Das ist ein halber Monat. Man denkt erst, eine kurze Zeit, welche schnell vorbei ging. Aber wenn man schon so gut wie das ganze Krankenhauspersonal mit Namen kennt, fängt man an sich Sorgen zu machen. Kein Fieber mehr, keine Kopfschmerzen. Nur der Bauch macht noch Ärger. Und erst diesen Samstag hatte sich herausgestellt, dass mein Problem meine Ernährung ist. Ich war eine lange Zeit in Deutschland Vegetarier und musste hier von einen auf den anderen Tag Fleisch essen. Teilweise zu jeder Mahlzeit. Was dann passiert ist? Mein Körper konnte die tierischen Fette nicht so schnell verarbeiten. Diagnose: Bauchspeicheldrüsenentzündung. Langes Wort hinter welchem sich viel verbirgt. 

Auf der einen Seite ist eine große Erleichterung in mir. Endlich keine Schmerzen mehr. Endlich richtige Medikamente, die mir helfen. Endlich leckeres vegetarisches Essen. Ab jetzt kann nur alles Berg auf gehen. Auf der anderen Seite müssen Dinge wie eine Entfernung der entstandenen Steine diskutiert werden, ich muss mich auf neue Medikamente umstellen und meinen Kreislauf nach zwei Wochen Bettruhe wieder in Schwung zu bringen, wird ein langer Prozess. Aber genauso wie viele andere Dinge, werde ich das auch mit links hinbekommen. Macht euch da mal keine Sorgen:)

Ausflug ins Krankenhaus

30Aug2019

Um meine Pechsträhne fortzusetzen, bin ich direkt krank geworden. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, eiterndes Auge, hohes Fieber und Hautausschlag. Da es von allein nicht besser wurde, bin ich am Dienstag zum Arzt. Mir war bewusst, dass die Ärzte hier nicht dasselbe Bildungsniveau haben wie in Deutschland. Aber dass es so brenzlig wird, hätte ich niemals erwartet.

Um die best mögliche medizinische Versorgung zu bekommen, bin ich in ein privates Krankenhaus, welches nur 100m von unserer WG entfernt ist. Für ein Entwicklungsland ist dieses wirklich sehr professionell, nur teuer, weshalb sich hier eine Behandlung nur die Oberschicht leisten kann.

Dienstag. Ich hatte 38,5 grad Temperatur als ich mich auf den Weg machte. Wo ich hin musste, wusste ich schon von meiner Augenentzündung letzte Woche. Laut den superkompetenten Schwestern bin ich um 12 cm geschrumpft und habe 7 kg zugenommen. Offiziell bin ich jetzt in meinen Akten übergewichtig. Kann man auf jeden Fall zustimmen. Die Ärztin schien mir am Anfang nett und kompetent, die Ärztin des Vertrauens unserer Hausbesitzerin. Bis ich schließlich zur Apotheke ging und sich herausstelle, dass sie mir ernsthaft ein Sixpack Wasser  und Schmerzmittel verschrieben hatte.

Mittwoch. Die Schmerzen wurden stärker, mein Fieber stieg. Also auf noch mal zum Arzt. Diesmal haben die Schwestern verstanden, dass es mir wirklich dreckig geht. Die Ärztin hat ein paar Tests gemacht und auf meinen Wunsch auch einen Dengue Test. Mit voller Überzeugung stellte sich heraus, dass ich eine Blasenentzündung hätte. Wer von euch meine Vergangenheit kennt, weiß, dass ich sehr genau weiß was eine Blasenentzündung ist und dass ich KEINE habe. Sie hat mir 9 verschiedene Medikamente verschrieben und gesagt „jo ma’am if its not better till monday, call me“ und hat mir ihre private Handynummer gegeben.

Gegen Abend stieß mein Fieber an 40 Grad. Alle wussten, das kann so nicht weiter gehen. Nach Rücksprache mit meiner Organisation, meinem Projekt und meiner Mentorin wurde die Entscheidung getroffen, ich solle mich selbst einweisen, da die Gefahr auf Dengue besteht und mich anscheinend keiner ernst nimmt.

Also hieß es um 23 Uhr: Auf in die Notaufnahme.

Angekommen und wurde ich ausgefragt. Aber nicht über meine Krankheit, sondern was ich hier auf den Philippinen so mache. Irgendwann bekam ich ein Bett und da meine Testergebnisse von Mittags schon vorlagen ist den (natürlich sehr kompetenten) Krankenschwestern eingefallen, mir um Mitternacht Blut für einen Schwangerschaftstest abzunehmen. Bei diesen Symptomen natürlich das sinnvollste. Wer hätte es auch gedacht, dass dieser negativ war.

Um 4 Uhr nachts wurde ich dann für einen Ultraschall geweckt, da endlich mal ein Arzt im emergency room war, wo ich übrigens der einzige Patient war. Unverständlicherweise hämmerte die Ärztin das Gerät in meinen Bauch und fragt dann auch noch dumm „Oh does this hurts?“.

Herausgestellt hatte sich, dass meine Leber besonders groß ist. Das wurde damit erklärt, dass ich doch Deutsche bin und die Deutschen das in ihrer Bier-Gene haben. Das habe ich dann einfach mal unkommentiert gelassen.

Um 6 Uhr wurde ich wieder geweckt und mein Geduldsfaden ist gerissen. Ich wurde gefragt, ob ich nicht arbeiten gehen müsste und abends wieder kommen wolle. Vielleicht wäre bis dahin ja ein Zimmer frei. Die haben echt alles versucht, um mich da loszuwerden. Hier gibt es nämlich grad eine Dengue Epidemie und das Krankenhaus ist bis zum letzten Rand überfüllt.

In den Regeln steht: Wenn ein Patient in den emergency room kommt und nach 3 Stunden die Beschwerden sich nicht verbessert haben oder man nicht weiß woher die Beschwerden kommen, muss der Patient ein Zimmer bekommen. Blöd nur, dass kein Zimmer frei ist, also solle ich doch bitte wieder nach Hause.

Wie einer unserer Freiwilligen immer so schön sagt: Die Filippinos denken nur von der Tapete bis zur Wand.

Irgendwann gegen Vormittag traf endlich meine Mentorin ein. Sie hat da mal gründlich alles auf den Kopf gestellt, dafür gesorgt, dass ich offiziell von einem Arzt eingewiesen werde und so lang auch in der Notaufnahme liegen bleiben darf. Nach 15 Stunden hat sich dann auch herausgestellt, dass ich mit 18 hier noch offiziell ein Kind bin und in der Kinderstation die ganze Zeit ein Einzelzimmer frei war.

Dann ging alles schnell. Von der einen zur nächsten Sekunde war die Injektionsnadel in meiner Hand und ich saß im Rollstuhl zu meinem Zimmer.

Schön groß, ich habe 3 Ärzte, einen coolen Nurse, der mit mir abends Disney Filme schaut, damit ich nicht allein bin (hier ist es üblich, dass ein Familienmitglied sogar mit im Zimmer schläft), eine warme Dusche und einen wunderschönen Ausblick. Wenn ich gesund wäre, wäre das hier glatt das perfekte Hotel.

Ich hoffe, dass ich schnell wieder gesund werde. Ich melde mich sobald ich weiß was mir fehlt und halte euch up to date!

 

Projektwechsel

16Aug2019

Alles ging schneller als gedacht. Gestern habe ich mich mit meiner Mentorin auf einen Milchtee getroffen, und heute hat meine neue Organisation schon den Vertrag unterschrieben und war mit mir direkt mein Visum beantragen! Wofür ich mich entschieden habe? Uygongco! Ich werde das nächste Jahr also mit 5 Jungs in einer WG leben und an 4 verschiedenen Grundschulen arbeiten. Ich bin sehr gespannt. Am Montag beginnt mein erster Arbeitstag, der mich hoffentlich zufriedenstellen wird.

Uygongco Foundation INC

Uygongco ist eine Stiftung, welche mehrere Schulen im Umkreis adoptiert hat. Sie wurde 2008 gegründet. Die gemeinsamen Ziele sind 1. Access to Education, 2. Motivation to stay in school, 3. Improve Quality of Educational Facilities & Teaching. Dies wird durch viele Sponsoren unterstützt.

Die Aufgabe der Volunteers ist es, abwechslungsreiche Angebote für Schüler an öffentlichen Grundschulen zu bieten, um somit die Anzahl der Bildungsangebote für Kinder aus den unteren Bevölkerungsschichten zu erhöhen und den Abstand zu den höheren Schichten zu verringern.

Meine Hauptaufgaben kann ich mir hier selbst aussuchen. Also ist Kreativität angesagt! In den letzten Jahren haben die Volunteers schon viel umgesetzt und durch die Offenheit und gute Organisation ist das auch wirklich sehr gut möglich. Das Gegenteil von Good Shepherds. Ich denke, dass ich hier auf andere Art und Weise gefordert werde und deutlich andere Erfahrungen sammeln werde. Nicht ganz das, was ich mir für mein Jahr vorgestellt habe, aber durch die Arbeit mit Kindern, sehr nah dran. Und da es hier noch nie Probleme die letzten Jahre gab, hoffe ich, dass das auch bei mir so bleiben wird. Aber ich bin von natur aus ja eine sehr anpassungsfähige Person, weshalb ich die nächsten 11 Monate kaum noch erwarten kann :D

 

Rausgeschmissen?

12Aug2019

Heute war bisher der schlimmste Tag von allen. Ich habe kaum geschlafen, weil bis 4 Uhr morgens Leute vor meinem Fenster aus Spaß meinen Namen gerufen haben und mich um die 15 Ratten besucht haben. Es ging so weit, dass ich die Leute so lang angeschrien habe, bis ich meine Ruhe hatte. Ich hatte nichts im Kopf, außer dass ich hier einfach weg will. Irgendwo hin, aber runter von diesem Gelände, raus aus der Stadt, wo mich nicht jeder kennt und die Menschen sich nicht wie Affen im Zoo benehmen, sobald sie mich sehen. Ein Ort, wo ich alles in Ruhe und allein verarbeiten kann.

Da kam meine Mentorin wirklich gelegen. Gegen 13 Uhr bekam ich die Nachricht, ich solle sofort ins nächste Hotel, noch bevor ich rausgeschmissen werde. Es gab einen großen Streit zwischen meinem Projekt Good Shepherds und meiner Organisation Mariphil, da es echt keine Lebensumstände mehr sind. Ich habe tagelang nicht geschlafen, nicht richtig gegessen und keine Möglichkeit gehabt mich zu waschen. Dazu kam noch, dass ich eingesperrt in diesem kleinen Dorf war und ich wegen dem Bootsunglück keine Chance hatte in die nächste Stadt zu fahren, wenn ich es überhaupt gedurft hätte.

Komplett irre. Ich weiß. Ich kann sagen, dass kein Volunteer von uns in so einer kurzen Zeit so viel durchmachen musste. Meine Organisation steht jedoch voll hinter mir und hat alles dafür getan mich schnellstmöglich da raus zu holen. Was wegen dem Bootsunglück jedoch eine große Herausforderung war.

Übernachten werde ich im Mountain Resort hier auf Guimaras. Ruhe, Entspannung und endlich ordentliches Essen beruhigen mich sehr. Das ist genau das, was ich gebraucht habe.

Und der Tag endet im Guten, da ich morgen schon endgültig meine Sachen packen kann und die Insel verlassen kann! Das Projekt Uygongco hat mich nach diesen Nachrichten, ohne zu zögern, aufgenommen. Ob ich das ganze Jahr bleibe oder in ein anderes Projekt wechsel liegt jetzt voll und ganz bei mir. Aber in Iloilo habe ich wenigstens erst einmal vernünftige Lebensumstände und kann mich entspannt auf die Suche machen nach dem Projekt welches mir am meisten gefällt. 😊

Kompromisse suchen

11Aug2019

Ich habe mich mit meiner Mentorin getroffen, um sie auf den neusten Stand zu bringen. Momentan sieht es danach aus, dass ich hier raus muss. Der Pastor hält sich leider nicht an den Vertrag, was den Umgang mit mir angeht. Man kann das hier teilweise echt als Gefängnis bezeichnen, da ich dauerhaft kontrolliert werde. Sobald ich das Licht ausmache, bekomme ich direkt gute Nacht Nachrichten. Was ja ganz nett klingt, aber wenn die anfangen nachts an meiner Tür mit „knock knoooock Veronika, Nikaaaa, Verooo are you there, knock knooock“ hämmern, nur um zu checken, ob alles ok ist und du gut schläfst und sobald ich das Gelände verlasse mich fragen wie, wo, was, warum, wann, mit wem, das ist wirklich zu viel. Dauerhaft steht jemand vor meinem Fenster und beobachtet mich. Teilweise machen die Menschen mir hier mehr Angst als die Ratten und Schlangen. Die Intention ist, dass ich keinen Kontakt zur Außenwelt bekomme, weil das alles Menschen seien, die mich von Gott wegbringen.

Ein momentaner Kompromiss ist, dass ich nicht weiter auf dem Gelände wohnen werde. So werden zum einen meine Lebensumstände verbessert und zum anderen kann ich nicht mehr so stark kontrolliert werden. Mir liegt das sehr am Herzen, da ich nicht hier bin um Zeit und Geld darin zu investieren, dass ich mich das Jahr über selbst wohlfühlen werde. Wenn es eine Möglichkeit für eine andere Unterkunft gibt, darf ich hier weiter arbeiten. Wenn nicht, muss ich mir ein neues Projekt aussuchen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und hoffe, dass sich meine Situation hier schon in den nächsten Tagen ändert, um meiner Gesundheit nicht zu schaden.

Meine erste Woche in Good Shepherds

10Aug2019

Gar nicht so schlimm wie gedacht!

Kirche

Also trotzdem der absolute Horror, aber bisher habe ich ja gut überlebt. Ich mache das Beste draus.

Meine Arbeit hier ist absolut beschissen. Also wirklich, ich weiß gar nicht wo man da anfangen soll. 

Sonntag war Kirche angesagt. Es wird sehr viel gesungen und leider hauptsächlich auf Hiligaynon geredet, deshalb konnte ich nicht alles verstehen. Schon da ist mir aufgefallen, dass ich hier in einer kleinen Sekte gelandet bin und der Pastor vergöttert wird. Alles was er sagt, ist richtig: Alle Leute die kein Reis mögen kommen in die Hölle; Gott ist eifersüchtig, ihr dürft niemanden mehr lieben als ihn, sonst zerstört er alles; alle Menschen sind gleich viel wert, außer die Muslime die sind ganz böse. Das ist alles, was ich verstanden habe und ich will nicht wissen, was er noch gesagt hat. 

Montag saß ich den ganzen Tag im Office und musste die 400 Schulregeln rauf und runter abschreiben. Weil sind ja dieselben Regeln wie für mich.

Dienstag war ich in der Kantine und habe Süßigkeiten verkauft, ohne die Preise zu wissen. Das hat mir sogar noch am meisten Spaß gemacht, weil ich die zum größten Teil alle selbst gegessen (und natürlich bezahlt) hab.

Mittwoch saß ich den ganzen Tag im Office meiner Lieblingsperson Alice (Ironie). Sie ist hier mein Supervisor und hat die komplette Verantwortung für mich, nimmt das aber viel ernster als die Erziehung ihrer eigenen Kinder. Wahrscheinlich aus Angst vorm Pastor. Es gab keine Arbeit, also hat sie mich den gaaaaanzen Tag vollgelabert, während ich ein paar Blumen ausschneiden sollte, um ihr Büro zu schmücken. Eigentlich ist Mittwoch auch der einzige Tag, an welchem mir die Arbeit mit den Kindern erlaubt wird, dachte ich. Ich habe schon von meinen Vorgängern erfahren, dass ich niemals das Waisenhaus betreten werde. Gehört jedoch zu der Projektbeschreibung, aber die machen sich dabei nur selbst was vor. Ich stelle mich schon auf jede Woche neue kreative Ausreden ein. Mittwoch hat es geregnet und deshalb gab es ja zuuu viele Pfützen. Viel zu gefährlich raus zu gehen. Sehen wir mal darüber weg, dass der Weg zu meiner Unterkunft in der Schule sogar viel länger ist. Naja, eine Stunde Nachhilfe darf ich geben. Dem scheinbar frechen Enkel der Direktorin, die das wahrscheinlich hintenrum sehr genießt, für Nachhilfe nichts zahlen zu müssen. Ich werde das ganze nächste Jahr mit ihm das Alphabet lernen müssen, da die Kind in der 3. Klasse nicht ihren Namen schreiben können. Noch schüchter ich den kleinen Burschen ein, da er mich hübsch findet :)

Donnerstag & Freitag ist Schule ausgefallen, weil es geregnet hat. Hier wird jeder Grund gesucht um Schule ausfallen lassen können und dafür, dass hier Regenzeit ist, finde ich den Grund besonders lächerlich. Montag werde ich ebenfalls frei haben, da dann ein Feiertag im Islam ist. Aber habe ich nicht Sonntag noch gelernt, dass alle Muslime böse sind? 

Alles wirklich fragwürdig.

ABER

Ich habe hier schon ein paar Freunde gefunden, mit denen ich außerhalb meiner Arbeitszeit (und natürlich nicht nach 18 Uhr) viel erlebt habe. Deren Einstellung zu Gott ist zwar ein bisschen strange, aber wenn man das Thema so gut wie möglich vermeidet, sind sie echt lustige, kommunikative und liebenswürdige Menschen! Wir haben schon Mangosmoothies gemacht und waren Streetfood essen. 

Ich hoffe, dass ich das Jahr über weiterhin Kontakt halten kann. Warum ich mir Sorgen mache? Bleibt dran :D 

 

Das Bootsunglück

05Aug2019

Sogar in Deutschland war es in den Nachrichten. Einige von euch haben es bestimmt gehört, aber nicht mit dem Hintergedanken, dass es genau hier geschah. Auf meiner kleinen, wunderschönen Insel Guimaras. Seit 40 Jahren soll es kein Unglück dieser Art mehr gegeben haben.

Hier ein Artikel:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/viele-menschen-ertrinken-bootsunglueck-auf-den-philippinen-100.html

First of all: Mir geht es gut. Aber ich war live dabei. Samstag morgen wollte ich nach Iloilo um dort einkaufen zu gehen, da es hier nur Süßigkeiten und Obst zu kaufen gibt. Es hat stark gewittert. Für die kommende Woche sind schon viele Taifune angesagt. Eigentlich kein Problem für die kleinen Motorboote, da diese mit planen überdacht sind. (Bankas heißen die, für die die es mal googeln wollen:) ) Wir saßen eine halbe Stunde im Boot und haben darauf gewartet, dass das Unwetter besser wird und das Schiff fahren kann. Plötzlich gab es die Ansage, es sei zu gefährlich, aber wir könnten alle auf das andere Boot gehen, da dieses Boot vorhat zu warten und zu fahren. Ich hatte dabei jedoch ein sehr schlechtes Gefühl und entschied mich dazu, erst mal in Buenavista zu bleiben. Ich habe mich mit ein paar Jungs unter ein Dach gesetzt und ein bisschen mit denen gequatscht. Als das Unwetter aufhörte, fuhren auch 2 Schiffe los, ich blieb jedoch. Keine 2 Minuten später, nicht nah von der Küste entfernt, kamen beide Boote ins Schwanken und prallten gegeneinander. Von Iloilo aus kam noch ein Drittes dazu und prallte auf die schon zerstörten Bankas. Plötzlich standen alle kopfüber. Sie waren in einen kleinen Tornado geraten. Alle schrien auf, Krankenwagen wurden gerufen, Menschen sprangen ins Wasser, um andere zu retten. Ein Tricyclefahrer zerrte mich auf sein Motorrad und hat mich weggefahren. 

Keine 20 Minuten und 10 Sirenen später kamen die ersten Nachrichten rein. Schon 10 Tote. Viel zu viele vermisste. Heute sind es schon über 30 Tote und immer noch 3 werden vermisst. Das Traurige daran ist, dass es nicht daran lag, dass es zu hohe Wellen gab. Einer von 10 Philippinos kann überhaupt schwimmen, was am Ende viele ihr Leben gekostet hat. Schwimmwesten gab es, aber nicht genug für jeden. 

Bis Ende September werden keine Schiffe von Buenavista nach Iloilo fahren. Größere Fähren werden von dem Hafen in Jordan fahren. Aus Respekt den Angehörigen gegenüber. Um auf eine dieser Fähren zu kommen, muss man bis zu 3 Tage in einer Schlange warten. Was ein Vorteil das ich weiß bin! Das ist kein Scherz, aber ich bekomme ernsthaft ein priority ticket. Und ein Nein akzeptiert kein Philippino. Und damit muss ich trotzdem bis zu 3 Stunden warten. 

Das Problem liegt nicht daran, dass hier zu wenig Schiffe sind oder zu viele Menschen neeeein... Die Menschen hier sind einfach extrem unorganisiert, auf der einen Seite langsam und auf der anderen Seite wird nur gedrängelt. Bis alle 200 Menschen auf so einer Fähre drauf sind und alle Autos aufgeladen wurde, kann das bis zu Stunden dauern. Aber da muss ich jetzt wohl öfters durch.

 

 

meine Unterkunft

03Aug2019

Im Gegensatz zu den anderen, bin ich am nächsten an den philippinischen Standards dran. Ich lebe mitten in der Schule, direkt neben den Klassenräumen. Kaum fließend Wasser und nicht immer Strom. Keine Privatsphäre (im Esszimmer ist sogar ein Fenster ins Krankenzimmer der Schule). Alles einfach und sehr heruntergekommen. Viele Löcher in den Böden, die einfach mit einem Papierteppich überdeckt wurden. Tiere wie Ratten und Schlangen sollten besser auch meine neuen Lieblingstiere werden, denn die nächtlichen Besuche sind nicht vermeidbar. Duschen werde ich mit einem Eimer und einer Schippe. Ich habe mich schon in die Uygongco WG in Iloilo zum regelmäßigen Duschen eingeladen :). Eine Brille für die Toilette und ordentliches Putzzeug sollten demnächst auch mal angeschafft werden. Kein wunder dass es hier so viele Ratten gibt, wenn es hier so aussieht. Ich habe semi lust mich zusätzlich auch noch mit Kakerlaken anzufreunden. Das Gegenteil von der Unterkunft mit dem Pool, aber wenn Philippinos in kleinen Blechhütten leben können, dann kann ich mich auch nicht beschweren. Vielleicht hat ja auch jemand eine Idee, was man gegen Holzwürmer machen kann. Die machen mir besonders Angst, weil hier alles aus Holz ist und hier sonst die nächsten Monate alles zusammenbricht :/

Das Problem ist auch, dass im Kühlschrank extrem viel Eis ist, da der Strom hier des öfteren ausfällt. Ich habe wirklich Angst, dass wenn der Strom mal länger als 3 Tage ausfällt, dass der Kühlschrank durch den Boden kracht, da dass Wasser das Holz auf dem Boden diesen jetzt schon durchgeweicht hat ... 

 

 

Good Shepherds FA

01Aug2019

JA und dann kommen wir mal zu meinem Projekt....

Good Shepherds. Die Insel Guimaras ist meinen Vorstellungen komplett entsprechend. Sehr schöne Insel, Traumstrände, 15 Minuten mit dem Boot zur nächsten Großstadt. Klingt alles nach einem tollen, erlebnisreichem Jahr. Hatte ich mir auch gedacht. Es wird sicher noch viel zu berichten geben, ob ich hier wirklich leben kann. Eine der beiden Freiwilligen vom letzten Jahr war später ausgereist und ist deshalb noch 2 Monate mit mir hier, bevor ich hier allein bin.

Dann schaffe ich mal Klarheit so gut wie ich das schon beurteilen kann. Letzten April ist der eigentliche Supervisor (verantwortlich für die Freiwilligen) verstorben. Seitdem hat der Pastor hier ALLES übernommen und die GANZE KONTROLLE. Jetzt stellt euch das in einer krass baptistischen Gemeinde vor. Ich denke, ihr könnt euch schon selbst ausmalen, was hier seitdem abgeht. Ausgangssperre ab 19 Uhr. Extreme Kontrolle. Ich darf keinen Kontakt mit den Waisenkindern haben, nur mit den Schulkindern. Ab nächstem Jahr keine Freiwilligen mehr. Selbstständiges kochen in einer so gut wie nicht vorhandenen Küche. Kein Urlaub von Dezember bis Mai. Arbeiten hauptsächlich im Office.

Die letzten beiden Freiwilligen haben berichtet, es sei seitdem kaum möglich, hier zu arbeiten. Jedoch traut mir meine Organisation mir anscheinend mehr zu als ich mir selber und denkt ich könnte hier mal alles gründlich umkrempeln. Wenn sich hier jedoch in der nächsten Zeit nichts ändert, steht es mir zu, mein Projekt sofort zu wechseln. Ich werde dem Ganzen jedoch eine Chance geben und wenn meine Challenge so hoch gesetzt wird, werde ich versuchen es zu meistern. Bei ein paar Dingen muss ich jedoch versuchen, ein Kompromiss zu finden. 

Philippinos sind alle wirklich sehr freundlich, doch was in dem Kopf von diesem Pastor vorgeht ist inakzeptabel. Mir muss es also gelingen, ihn als Autoritätsperson anzusehen und andererseits seinen Respekt gegenüber mir zu gewinnen. 

Der Plan: Ich werde den ersten Monat die perfekte Freiwillige für Good Shepherds spielen und dann Vorschläge für Kompromisse mit meiner Mentorin hier auf den Philippinen ansprechen. Also gehe ich jetzt erst einmal optimistisch an die ganze Sache ran und wünsche mir besonders für die Kinder, dass alles gut wird. 

first step: ROADTRIP

30Juli2019

Unser Resort für das Seminar ist sehr gemütlich. Hoch für philippinische Standards, jedoch kommt es nicht an die deutschen ran. 5 Tage haben wir hier die Kultur live erlebt und all unsere Projekte angeschaut.

Direkt am Montag ist mein Koffer schon wieder da gewesen. Damit hat echt niemand gerechnet. Aber so einen Service wie in Deutschland gibt es hier natürlich nicht. Also war meine erste Station ab zum Flughafen!

Am Tag darauf sind wir mit 2 Vans auf die Insel Negros gefahren. Da mich ein paar gefragt haben, was die anderen denn hier so machen, erzähle ich euch das kurz.

Beim ersten Projekt was wir gesehen haben, handelt es sich um ein kleines Weisenheim namens "Holy infant nursery". Hier leben Kinder im Alter von 0-6 Jahren, die noch voller Hoffnung auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Die beiden Freiwilligen leben mit auf dem kleinen Gelände und haben dort eine kleine, frisch renovierte Wohnung.

Der nächste Stopp war die Organisation "Tapulanga" in Silay. Hierbei handelt es sich um eine super organisierte Privatschule. Die beiden Freiwilligen haben ein Zimmer in einem wunderschönen Haus, mit einem riesigen Garten, verfluchten Bäumen und einem Pool. Für mich ist das aber alles ein bisschen zu realitätsfern.

Das letzte Projekt für den Montag war das Projekt "Home of Hope". Die Freiwillige, die dort leben wird, ist die erste, weshalb die Mitarbeiter noch besonders motiviert sind. Ein armes Weisenheim, auf einem großen Gelände. Sehr naturnah. Sogar mit ein paar Schweinen!

Am nächsten Tag ging es weiter zu dem abgelegensten Projekt. Ein Freiwilliger wird in einem kleinen Fischerdorf, welches von der Community ("IRC") selbst erbaut wurde, arbeiten. Super coole und offene Menschen, eine wunderschöne Natur direkt am Wasser und näher an der Kultur wie kein anderer. Halt nur ab vom Schuss. In die nächste Großstadt braucht man ca 2 Stunden... Nach Iloilo sollte man ca. 5 Stunden einplanen.

Noch am selben Tag sind wir zurück nach Iloilo, wo wir das Projekt "Uygongco" besucht haben. 5 Freiwillige leben dort in einer WG zusammen und arbeiten an verschiedenen Grundschulen. Super motivierte Mitarbeiter, super organisiert...

endlich angekommen

28Juli2019

Maayong ugto!

Also die ersten Vokabeln in Hiligaynon habe ich schon drauf, jetzt steht mir nichts mehr im Weg! Naja, schon ein paar kleine Dinge. Die Flüge verliefen alles andere als entspannt. Zum einen sind Philippinos als Sitznachbarn seeeehr anstrengend. An die Sucht nach Selfies und Facebook muss ich mich noch gewöhnen. Aber jede Kultur ist halt anders. Zum anderen kam leider nicht mein ganzes Gepäck an und ich hoffe, dass ich den Mitarbeitern ein schlechtes Gewissen machen konnte und dass sich der Rucksack nicht in einem internationalen Flugzeug befindet. Mein Name steht aber jetzt auf seiner Hand, also vergessen tut er mich nicht. (Ich sehe auch seine Facebook-Freundschaftsanfrage schon kommen) 

Aber Philippinos sind wie sie nun mal sind: verpeilt, viel zu entspannt und extrem unpünktlich. 

Jetzt erstmal ab zum Seminar!

Abflug

27Juli2019

Die letzten 2 Wochen nach dem Seminar sind viel zu schnell vergangen. Jeden Tag Action und jeden Tag emotionale Abschiede. Aber endlich sitze ich mit 5 weiteren Freiwilligen im Flieger von Manila nach Iloilo City und bin bereit für ein eindrucksvolles und aufregendes Jahr. Ich wurde oft gefragt ob ich aufgeregt bin und um die Frage jetzt nicht mehr beantworten zu müssen: Nein. Den anderen geht es auch so. Es fühlt sich alles einfach unrealistisch und unvorstellbar an, da die philippinische Kultur so besonders ist. Ich bin gespannt auf die nächste Zeit. 

Manila(die Hauptstadt) von oben:

Vorbereitungsseminar

10Juli2019

Es ist jetzt schon ein paar Monate her, dass ich bei Mariphil saß und mich begeistert für mein Projekt auf der Insel Guimaras entschieden habe. Bereit war ich aber noch lange nicht. Das hat sich die letzten Wochen aber geändert. Um uns perfekt auf das Leben in einer fremden Kultur vorzubereiten, haben wir Freiwilligen und zwei Ehemalige aus dem Mariphil Kinderdorf uns in Sigmaringen (in der Nähe vom Bodensee) getroffen. Zwischen Kanu fahren, einer Fahrradtour, einen philippinischen Abend mit lautstarker Karaoke und vielen anderen Teamspielen wurden wir auch auf ernstere Themen wie die Sicherheit und den Umgang mit der fremden Kultur perfekt vorbereitet.

Am Ende kann ich sagen, dass ich mich nun wirklich bereit fühle und es kaum erwarten kann alle mir erzählten Erfahrungen in echt mitzuerleben. Insgesamt hat mir das Seminar wirklich geholfen, denn meine Ängste wurden mir genommen und ich habe 13 super Mitfreiwillige an meiner Seite, mit denen eigentlich nichts mehr schief gehen kann.

Soooo I´m ready to go :))

Infobrief

19April2019

Ab Ende Juli wird es für mich besonders spannend, denn ich werde auf Guimaras, Philippinen leben. Schon lange träume ich davon, die Welt von anderen Seiten zu entdecken. Um mich zudem selbst zu finden und mich weiterzuentwickeln, bevor ich ins Berufsleben starte, habe ich mich dazu entschieden, ein weltwärts Jahr zu absolvieren.


„Weltwärts“ bietet jungen Freiwilligen die Möglichkeit, sich international in einem Entwicklungsprojekt zu engagieren und so auch Erfahrungen fürs Leben zu sammeln. Unterstützt wird dies seit 2008 von dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Das Projekt, für welches ich mich entschieden habe, liegt auf einer philippinischen Insel Guimaras, einer kleinen Insel vor Iloilo. Dort werde ich ab dem 1. August 2019 für ein ganzes Jahr in einer Schule (Good Shepherd´s Fold, Inc - GSFI) in verschiedenen Bereichen aushelfen. Meine Hauptaufgabe wird sein, mich mit den Kindern zu beschäftigen und diese teilweise auch zu unterrichten.

Zu GSFI gehören ein Waisenhaus mit momentan 17 Waisen (Jungen und Mädchen), eine Schule (von Kindergarten bis Senior Highschool) und eine baptistische Kirche, was sich alles auf einem großen Gelände befindet. Dort befindet sich auch meine Unterkunft, welche für philippinische Verhältnisse gar nicht so schlecht ist.

Nach vielen Bewerbungsgesprächen, Auswahlwochenenden und gelesenen Erfahrungsberichten entschied ich mich für die Organisation „Mariphil e.V.“, da ich viel Wert auf eine Zusammenarbeit auf persönlicher Ebene lege und ich mich bei dieser kleinen Organisation am besten aufgehoben fühle.

Der anerkannte Verein Hilfsprojekt MARIPHIL e.V. ist seit 2001 im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit tätig und setzt sich in Form verschiedener, nachhaltiger Maßnahmen für die Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Verhältnisse der armen Bevölkerung im Projektgebiet auf den Philippinen ein.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt mit hohen Zuschüssen internationale Freiwilligendienste. Die Kosten für einen Freiwilligen beinhalten jedoch nicht nur die Unterkunft und Verpflegung im Gastland, sondern auch eine pädagogische Begleitung, die Seminararbeit, Versicherungen und Taschengeld. Die Zuschüsse decken jedoch nur 75% der tatsächlichen Kosten ab.

Wie so vieles im Leben ist leider auch dies nicht ganz kostenlos. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst ist ein großes Projekt, für dessen Realisierung finanzielle Unterstützung notwendig ist. Dies geschieht mit der Bildung eines Förderkreises, der mein freiwilliges Engagement auf den Philippinen finanziell und ideell unterstützt. Ziel des Förderkreises ist es außerdem, dass die Mitglieder an den Erfahrungen und am Arbeitsalltag des Freiwilligen teilnehmen können.

Und genau hier kommt ihr ins Spiel:
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr die Arbeit der Organisation und meine Freiwilligendienst auf den Philippinen durch eine einmalige oder monatliche Spende unterstützt.
Die gesammelten Spenden machen mir den interkulturellen Austausch möglich, tragen aber auch direkt zur Entwicklung im Gastland bei. Zudem würdet ihr eine Organisation unterstützen, welche sich seit vielen Jahren für die Völkerverständigung einsetzt. Die Spenden sind steuerlich absetzbar und können durch eine Spendenbescheinigung am jeweiligen Anfang des Jahres quittiert werden.

Ganz wichtig: Unterstützung ist vielfältig und muss NICHTS mit Geld zu tun haben. Dieser Brief dient dazu, für das weltwärts Programm zu werben und mein Vorhaben mit möglichst Vielen zu teilen. Auch viele bestärkende Worte und zahlreiche Tipps unterstützen mich. Auch wenn ihr mich finanziell nicht unterstützt, freue ich mich über jede Form von ideeller Unterstützung und dass ihr mich in dem Jahr nicht vergesst

Spenden bitte auf folgendes Konto überweisen:

Spendenkonto: IBAN: DE11 6009 0700 0863 4900 00,
Südwestbank BIC: SWBSDESS
Verwendungszweck: Spende W119 (!+ deine Adresse!)

Ich freue mich sehr über jede Spende, denn sie trägt dazu bei Freiwilligendienste auch noch in den nächsten Jahren möglich zu machen.
Bei Rückfragen meldet euch gerne bei mir: veronika@hovestadt.me

Liebe Grüße
Veronika